hatte der englische Geschmack den französischen ersetzt, die ge-wundene Linie war an die Stelle der geraden getreten, dernatürliche Wuchs der Pflanzen und Bäume an die Stelle deskünstlich beschnittenen Grüns. In diesem Sinne geschahen alleUmänderungen oder neuen Anlagen rem Gärten. Allein in denGartcnbautcn ging nach die Nennantik neben dem classisch antiki-sirendcn Empirestil einher. Jener liebte Ruinen van Burgen,Kapellen und Thürmcn, gebrochene Bogengänge, Grotten undEinsiedeleien und Bauinhütten, dieser dagegen baute die Garten-häuser und Aussichten in Forin von Tempeln, Säulenhallen,Grabmonumentcn und sonstigen antiken Baumotiven. Dein einenwie dem andern Geschmack huldigte daher der Fürst Johannin den Zicrbauten seiner Gärten und Parks, so dem romantischenStil bei Wien ans den Bergen der Brühl, den? antiken aberin der weiten und flachen Gegend um Eisgrub und Fcldsbcrgan den großen, von schönen Baumgruppen umsäumten Teichen.Selbst die Ockonomiegebäude, wenn sie in den Bereich derschönen Fernsicht traten, mußten antike Form annehmen undwurden mit Säulen geschmückt. Das war nicht individuellerGeschmack des Fürsten, sondern der allgemeine Geschmackseiner Zeit.
Die gute Verwaltung, die Ordnung in Haushalt undRegierung, welche nie dem Glänze großer Repräsentation Ab-bruch thaten, erlaubten den? Fürsten, durch Ankäufe den Besitzdes Gesammthauses reich zu vermehren und namentlich auch fürseine jüngeren Söhne und ihre Nachkommen Fürsorge zu treffen.So geschahen seit dein Jahre 1807 eine Reihe zum Theil höchstbedeutender Erwerbungen. Ii?? Jahre 1807 wurde das GutLiechtenstein bei Wien mit der Feste Liechtenstein und der BurgMödling nebst dein Freigut Thurnhof vom Fürsten Poniatowskyerkauft. Schloß und Herrschaft Liechtenstein, welche wir (im erstenBande dieser Geschichte I als den ersten und ursprünglichsten
') Bd. I. 15.