wodurch der zu Reichenberg commandirt gestandene General-major Graf von Lacy Zeit bekam, ihm mit etwas Fußvolk zuHülfe zu kommen, da Se. Durchlaucht eben den Posten so langbehaupteten, bis der Feind sein völliges schweres Geschütz aufgc-führct und denselben durch beständiges Stückfcucr nöthigtc, gegenRcichcnberg sich zurückzuziehen. Den 21. rückte der Feind gegenReichenberg und ließ zugleich ein anderes, ungefähr 10,000 Mannstarkes Corps von Zittau gegen Gabel rücken, welches den da-selbst postirtcn Fcldmarschall-Lieutcnnnt Grafen von Mncguircan Unterstützung des Postens von Rcichcnberg hindern sollte.Früh um 7 Uhr fing der Feind an, das Rctranchcmcnt mitzwölfpfündigcn Kugeln zu beschießen, und drang mit aller Gewaltauf dasselbe an. Zugleich kam seine Reiterei zum Vorscheine,welche aber von den Kaiserlichen sehr übel empfangen und oftrcpoussirt worden. Endlich aber wurde unsere Reiterei durchdas feindliche Geschütz und Flintenfeuer von der Seite beschossen,sodann genöthiget, in das Retranchement zurückzuziehen, allwoes von dem feindlichen Fußvolk angegriffen und nach einem hart-näckigen Widerstand überwältigt ward. Man zog sich in besterOrdnung heraus bis Rochlitz, von da aber bis Liebenau, woder Generalmajor Graf von Lacy die Arrieregarde mit so vielerTapferkeit und guter Veranstaltung machte, daß der Feind sichnicht getrauete, an ihn zu kommen, sondern unser Geschütz, Ver-wundete und Bagage ohne den mindesten Verlust weggebrachtworden. Der Verlust an Todten, Verwundeten und Verlornenbetrug 874 Mann. Unter den Todten war am besten bedauertder Feldmarschall-Lieutenant Gras Purpurati, unter denen Ver-wundeten aber Sc. Durchlaucht der Fürst Karl Liechtensteinund der Oberst von Karl Palfy-Kürassiers, von Sincwald,welcher nachher an seinen Wunden gestorben."
Dem berühmten Zuge Laey's gegen Berlin und der Ein-nahme dieser Stadt durch die österreichischen und russischenTruppen im October des Jahres 1760 wohnte der Fürst Karlals Generalmajor bei. Lacy war am 28. September aus seiner