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So wic hier erzählt, kann die Sache in keinem Falle vorsich gegangen sein. Nichtig ist, daß ein Service als Geschenk inden Besitz des Fürsten kam und die gedachte Statue in den desKönigs überging. Aber beides war ohne alle Beziehung zu einander.Von jenem ersten Schreiben, welches die Rückzahlung einleitete,sowie von einer damit verbundenen Corrcspondcnz findet sichnichts im Liechtensteinischen Archiv; die Sendung des Servicesaber, wic wir sogleich sehen werden, erfolgte viel spater als dieAngelegenheit des sogenannten Antinvus, womit die berühmteStatue des Adorantcn oder des betenden Knaben gemeint ist.Der Nebcrgnng derselben aus dem Besitze dcö Fürsten Liechten-stein in den des preußischen Königs geschah im Jahre 1747, undzwar nicht durch Schenkung, sondern durch Verkauf, wic actcn-mäßig constatirt ist,
Gcrhard's archäologischer Anzeiger") gibt davon nachBerliner Quellen die folgende Darstellung: „Bei Durchsichteiniger die königliche Münzsammlung betreffender alter Acten-heftc haben sich auch einige Nachrichten über diese Bildsäule ge-funden, Prinz Eugen, der berühmte Heerführer, hatte sie vomVater des Marschalls Bclle-Jsle für 18,000 Francs gekauft,also nicht von Papst Clemens XI, zum Geschenk erhalten, wiegewöhnlich erzählt wird. Nach Eugens Tode erstand sie ,nn anti-Armine eis VeniseJ als er schon den Kasten für den Trans-port nach Italien hatte machen lassen, überließ er sie dem FürstenLiechtenstein für 500 Ducatcn und einige kostbare antike Gegen-stände. König Friedrich der Große schrieb (1747) seinem Gesandten,dem Grafen Podewils in Wien, vor drei Jahren habe FürstLiechtenstein ihm diese Bildsäule für 1000 Thalcr angeboten,Podewils möge jetzt den Ankauf versuchen. Allein nun forderte,wie Podewils schreibt, dessen Briefen alle diese Nachrichten ent-nommen sind, der Fürst 2000 Ducaten; er sagte, es seien ihmvon England aus 1000 Guincen geboten, auch diese Summe
-) Jahrg. 1865. 121,