Und dicsc Zufriedenheit der Bundesgenossen blieb ihm die ganzeZeit getreu.
Am Wiener Hase verkannte man die Sachlage. Ins-besondere legte man allzugroßcn Werth ans den Almirantc vonCastilicn und die übrigen Emigranten, mit denen man dieNation verwechselte"). Dazu hatte der Fürst, wie es scheint,das Unglück, am Wiener Hofe Feinde und Neider zurückgelassenzu haben. Gleich die ersten Briefe des Kaisers und der Kaiserinreden von den Calumniantcn, indessen heißen sie ihn ihretwegenganzlich unbesorgt zu sein. Am 20. Juni schreibt die Kaiserin:„Was die liebe Fürstin mir vorgetragen, hat mir die Galt sogerigclt, daß meinen Bericht hctt vergrößern mögen. Mein Fürst,laßt euch nur diese so klare und handgreifliche Cnlumnicn nitanfechten; alle ehrlichen Leute kennen das Widcrspicl, zuvörderstmein Kaiser und mein Sohn; kann auch nit sagen, wie dieliebe Königin sich so eifrig daran zeiget. Und werden alle dicscCalumniantcn schon zu seiner Zeit den verdienten Lohn finden."Ein besonderes Ziel, welches man sich von Seiten der Gegnervorgesetzt hatte, war, den Fürsten und den Dnca di Moles zuentzweien, die bisher in Freundschaft und in Ansehung derspanischen Dinge ganz im Einklang gewesen waren. Man ver-suchte es bei dem Fürsten wie bei Moles, sie in Argwohn undFeindschaft gegen einander zu setzen, allein der Versuch mißlang,jetzt und später, indem Kaiser und Kaiserin die Vermittlerbildeten und aus den gegenseitigen Briefen die Falschheit derBeschuldigungen nachwiesen.
Wenn nun auch das persönliche Vertrauen zu dem Fürstennicht erschüttert wurde, so mußten doch solche Jntrigncn bei-tragen, die richtige Auffassung der Sachlage in Wien zu ver-dunkeln. So wenig wie hier die Vcrläumdungcn ruhten, sowenig säumten der Almirantc und die Seinen, ihre Klagen und
h Aehnlich urthcilt selbst Graf Wratislaw in seinem Schreiben anKönig Karl Mlo. Wien, 4. Juli 170g. Archiv für Kunde österr. Gesch. XVI. 18.