28
Die Kodan.
Die Nodan oder der Rodan war eine, östlich von Havelbergbelegenc/ ausgedehnte Wald- oder Haidefläche, in den alten UrkundenHoelana, die Nodane genannt und als silva, nsrnns oder insrioabezeichnet. Die Urkunden unterscheiden die Nodan zwischen der Dosseund Havclberg von der Nodan zwischen der Dosse und demRhin'). Jene wird in dem später zu erwähnenden Prozeß desGeschlechts von Kröcher gegen das Amt Neustadt von den Zeugen dieButenrodan, diese die Binncnrodan genannt/ in der gleichfallsnoch zu erwähnenden Eingabe von 1549 heißt letztere abwechselndBinncnrodan und Mittelrodan.
Auf die Rodan wurden im Laufe der Zeit von den Markgrafenmannichfache Berechtigungen an verschiedene Städte und Personeneingeräumt.
Am 28. Zum 1274 erhielten die Bürger zu Havelberg dasRecht/ in dem markgräflichen Holze/ das die Nodane heißt/ Bäumezu nehmen zu ihrer Noth von allerlei Holz/ als sie mit Wagen fahrenmögen/ ausgenommen grünes Eichen- und Eschcnholz/ das sollen sienicht hauen ohne des Markgrafen Willen/ außerdem mögen sie auchlassen hauen Reis oder Ruthen/ damit sie bessern wollen ihre Wegeoder den Damm/ in der Markgrafen Holze oder in der Haide/ oderwo sie solche finden. Ferner verkauften am 26. Juli 1274 die Mark-grafen dem Bischof von Havelberg 15 Hufen im Walde ssilva)Hoclana beim Dorfe Stüdenitz/ um damit den Ritter Heinrichvon Wildcnhagen abzufinden P.
9 Uebrigens scheint die Rodan sich ehemals noch weiter nach Nord>Westenund Süd-Westen erstreckt zu haben: darauf deutet einmal der Name des DorfesNoddan zwischen Wilsnack und Werben/ sodann eine Urkunde vom 4. Dec. 1362,durch welche Gebhard v. Plotho dem Kloster Ierichow gestattet, Bauholz in silvuItoduno zu hauen (Niedel, Cod. I, 24 , 344).
2) U. B. I und Riedel, Cod. I, 1, 26 / 2 , 449. — In beiden Urkunden istJohann v. Kröcher, Stammvater der märkischen Linie des Geschlechts, Zeuge.