— XLIV —
Fünfter Abschnitt.
Grafschaft und Grundbesitz des Hanfes Zollern ^ vor der förmlichen Abschcidnngder Hohcnbcrgcr Linie, ? und was davon an diese fiel.
Die ausgedehnte Grafschaft, ^ beziehungsweise der Grundbesitz des Zoller'schenHauses stützte und gruppirte sich schon im 12. Jahrhundert vornämlich auf (um)die Burgen ^ Zollern, Haigerloch, Hohenberg und Rotenburg.
Die Burg Zollern auf dem gleichnamigen Berge, einer vorgeschobenen hohenWarte der schwäbischen Alp, seitwärts des dem Neckar zugewandten Starzel-Thales.
Nach derselben werden 1061 die ersten Ahnherrn des Geschlechts benannt,welches fortan und bis auf den heutigen Tag diesen Namen führt. Der BurgZ. reihen wir an: Ofterdingen ^ (O.A.Tübingen), Zimmern am südwestlichenFuße des Zollerberges, nach welchem Orte sich Gotfried, der vierte Bruder desGr. Friedrich II. von Zollern, 1164—1156 geschrieben, ferner Thanheim,Stetten, Beuren (sämmtl. im K. Pr. O.A. Hechingen), Streichen und Engst-latt ° (O.A. Balingen), Ebingen (Stadt) und Thailfingen (O.A. Balingen), ?alles Zollerische Besitzungen im Anfang des 12. Jahrhunderts.
Die Burg Hohenberg auf dem gleichnamigen, höchsten Berge der schwäbi-schen Alp im O.A. Spaichingen. ^
1 S. in v, Stillfried, Alterthümer und Kunstdenkmale zc, das Kunstblatt „Blick aufdas alte Zollerische Gebiet vom Firsten der Lochen" und unten unsere Karte,.
2 Diese erfolgte, wie es scheint, erst unter den Söhnen des Grafen Burkard III, vonZollern, beziehungsweise I. von Hohenberg, da dieser selbst sich bald nach Zollern,bald nach Hohenberg schrieb, ja seine Söhne noch 1297 Grasen von Zo ll er n genanntwerden,
^ Von Friedrich I, von Zollern an erscheint immer wenigstens je der älteste als„comss" (Graf), nicht selten mit fürstlichen Prädikaten („illustris," „ävi xr-ttio"), was in jenenZeiten kein bsoser Titel war. Die Grafschaft Hohenberg insbesondere bezeichnet K. Kar l IV.1372 ausdrücklich als eine von dem Reich zu Lehen gehende, S, im Urkd.-Buch zn 27. Dez. 1372.
4 Es läßt sich keine mittelalterliche Burg denken ohne Zugehor von Gütern, Dörfern, nichtselten einer ganzen Grafschaft (Herrschaft), welche von ihr den Namen erhielt.
5 Auf dem Ganding daselbst circa lll3 tritt das Kl, Reichend ach, beziehungsweise seinSchirmvogt, Pfalzgraf Gotfried bei Rhein (von dem Calwer Grafenhanse), klagend gegenGraf Friedrich von Zollern ans (s. oben unsere Einleitung), folglich muß O, zur Graf-schaft des letzteren gehört haben, was auch die Folgezeit bestätigt, S. lNon. ?oll. I, uro, 252,257. 259. u. s, w,
6 S. oben S. I.XXXVII f, die Schenkungen der Gr. v, Z. an das Kl. Zwiefalten.
i Zu IlI3- „Ebingen, Tagelfingen vnd Wiler in graff Fridrichs graveschaft."Mone, Zeitschrist II, S. 195. Thailfingen, Engstlatt und Streichen gehörten zn derZoller'schen Herrschast Schalksburg, wie solche 1193 an Wirtemberg verkauft worden,klon. Zoll. I. uro, 189. — Schalksbnrg kommt in „II, äs Sebslobisxsrx" 1226 erstmalsin der Geschichte des Gr. Albert von Hohenberg vor, dessen Bater mitunter Gr, v. Zol-lern hieß.
8 S. unten mehr in der hist. top. Zusammenstellung der Grafschaft Hohenberg unterHohenberg.