Geschichte der Burg Hanstein. Kl
kamen noch im Erzstifte mehrere zwiespältige Wahlen — bis endlichPeter von Aßpalt (gewöhnlich Aichspalter genannt) Kaiser RudolfsLeibarzt und Bischof zu Basel im Jahre 1306 den erzbischöflichenStuhl zu Mainz bestieg und unter den Verwickeltesten Umständenmit Weisheit und Kraft regierte. —
Mit diesem Erzbischof Peter schlössen am Franziskus-Tage,(Freitag 4, Oct.) 1308 zu Fritzlar (Urk. B- 62 u. 63) die bei-den Brüder Heinrich und Lippold (jetzt schon von Hansteingenannt) einen Vertrag, durch welchen sie sich zur Erbauung einerneuen Burg unter gewissen Umständen verpflichteten. 1) Zuerstversprachen sie aus ihren eigenen Mitteln die Burg ganz neu auf-zubauen, Anfangs aus Holz (Oberbau) und dann ganz aus Steinauf dem Berge des Erzstifts genannt Hanstein, an welcher siekein anderes Recht haben wollten, als für sich und ihre männlichenErben das Recht, immer Amtleute (Vögte) und Burgmänner aufderselben zu seyn. 2) Die Burg sollte daher, wie der Ru steb ergund andere Schlösser, alle Zeit dem Erzbischof ein offenes Schloßseyn und bleiben. 3) Deshalb sollten die Wächter und Thorhüterdem Landesherrn huldigen, aber auch zugleich denen von H an st einals Erbburgmänncr schwören. 4) Ohne Vorwissen des Erzbischofssollen die Erbburgmänner keine Wächter und Thorhüter annehmen,vielmehr diejenigen abschaffen, welche dem Erzbischof nicht gefallenmöchten. 5) Zur Unterhaltung der Burg und zur Besoldung derWächter will der Erzbischof jährlich 10 Mark feines Silbers an-weisen. 6) Sollten die von Hanstein aussterben, so soll die Burgnebst den cbcngenannten Einkünften an den Kurfürsten zurückfallen.")Am 4. October 1308 verpflichten sieh die beiden Brüder miteinem Eidschwur, diesen Vertrag unverbrüchlich zu halten, unter derStrafe, nicht nur das Schloß, sondern auch alle ihre übrigen Güterzu verlieren. Zugleich stellen sie folgende Bürgen: Friedrich undDithard von Nostorf, Bcrtold von Adclevcssen, Heidenrich von Gla-dcbcck, Hildebrand von Hardenberg, Werner von Westcrnburg, Wer-ner von Schwcinsbcrg, Ritter Heinrich von Schwcinsberg, des vorigenBruder, Johann von Hardenberg, Ditmar von Avelepsen, Knappen.
*) Wolfs Gesch. des Eichsfeldes. I. S. 127. 128.
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