Druckschrift 
2,2 (1863)
Entstehung
Seite
1231
Einzelbild herunterladen
 

— 1231 —

sein Verhältniß zur Kunst des Tonsatzes und 2. JohannGabrieli und sein Zeitalter. Der großen Masse des Publi-kums wohl wenig bekannt, dieses hat kein Verständniß für soernste Arbeit, gelten sie Kennern als das Vorzüglichste was aufdiesem Gebiete geleistet ist; sie haben sich europäischen Ruf er-worben und werden seinen Namen für alle Zeit der Vergessen-heit entziehen. Durch Se. Majestät Friedrich WilhelmIV.,der wie in so Vielem, auch hierin eine Autorität war, wurdeihm die größte Anerkennung zu Thcil, die um so gewichtiger,je mehr sein bescheidenes wahrhast vornehmes Wesen, jedesHervordrängen ängstlich vermied. Das Ministerium der geist-lichen und der Unterrichts-Angelegenheiten zog in Streitfragen,als Sachkenner ihn gern zu Nathe und wurde durch Kabinets-Ordre vom 13. März 185V ihm auch die goldene Medaillefür Kunst und Wissenschaft verliehen. Es war im Werke,durch Organisation einer umfassenden Musik-Anstalt seine Kennt-nisse und seine seltene Befähigung auch ferner zu verwerthen;die Verhältnisse und zuletzt sein Tod ließen den ganzen Planunausgeführt. Eine höchst werthvolle Sammlung alter Musik-stücke, die er hinterließ, waren die Frucht bedeutender Reisen,besonders auch seines ersten längern Aufenthalts in Italien,wo er Gelegenheit hatte, die meisten Abschriften selbst zu neh-men. Seine Söhne schenkten diese Sammlung der Königl-Bibliothek. Sr. Majestät Friedrich Wilhelm IV. geruhtendurch eine höchst gnädige Kabinetö-Ordre die Annahme auszu-sprechen und zu befehlen: „daß diese Sammlung in einer ab-gesonderten Abtheilung der Bibliothek ausbewahrt und zumAndenken an den Vater mit dessen Namen bezeichnet werde."Er verheirathete sich den 18. April 1816 mit:

Wilhelmine Juliane von Thümcn, einerTochter des General-LieutcuantS und Höchst-Komman-direnden des V. Armee-Corps, Herrn von Thümen