Von dieser Grkenntniß ausgehend habe ich neben die überlieferten Stamm-bäume der Patrizier diejenigen der Handwerker, Aausleute und Gelehrten zu stellenversucht und eine besondere Mühe einmal aus den Handelsstand und dann ans dieSachsenhäuser Meingärtner- und Ascher-Familien verwandt.
So sehr ich nun bemüht gewesen bin, den bisher vernachlässigten Bestand-teilen der Bevölkerung gerecht zu werden, so sehr bezweifele ich, ob dieselben meinenMittheilungen werden Gerechtigkeit widerfahren lassen. Ginmal werden mancheFamilien, die ich übersehen habe, mir zürnen und sodann werden manche jetzt inglänzenden Verhältnissen lebende Familien nur ungern an den einfachen Beginn ihrerGntwicklung erinnert sein wollen. Gs wird mir hierbei vielleicht ähnlich ergehen wieweiland dem Buchdrucker Anton Heinscheidt, als er im Mai (722 zum erstenmal in denwöchentlichen Frankfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten (jetzt Intelligenzblatt) deinPublikum die Namen der Aopulirten, Getauften und Verstorbenen mittheiltc. Gsbrach unter seinen engherzigen Zeitgenossen ein Sturm der Gntrüstung über diesenschnöden Verrath von Familiengeheimnissen aus. Inzwischen sind wir genau um (7^Jahre dem Lichte der Ausklärung und dem Grundsatz der Gleichberechtigung allerMenschen und aller menschlichen Berussklassen näher gerückt und es sollte sich in unsererZeit keine Familie der Grkenntniß verschließen, daß die Thatsache einer kräftigenGntwicklung aus kleinen Ansängen ihr nur zur Ghre und zur Auspornuug für dieZukunft gereichen könne. Dies' walte Gott!
In dem vorliegenden Bürgerbuch haben jedoch nur solche Familien Aufnahmegefunden, welche:
H vor Ablauf des Jahres (806, in welchem das alte deutsche Reicheinging, das Bürgerrecht der freien Reichsstadt Frankfurt am Alain sicherworben hatten, und
2) entweder heute noch blühen oder, sofern ausgestorben, infolge ihrergeschichtlichen Bedeutung oder ihres verwandtschaftlichen Zusammenhangesder jetzt lebenden Generation noch wohl bekannt sind.
Das Buch soll mithin zu einer Zeit, in welcher durch deu Verlust der poli-tischen Selbständigkeit und durch die Freizügigkeit der Mechsel und die Zunahme derBevölkerung unerwartete Dimensionen angenommen haben und in welcher das alteGefühl der Zusammengehörigkeit immer mehr schwindet, die heutige Bevölkerung einerSonderung unterziehen und ein für alle Male darüber belehren, welche Familien sichaus den Zeiten des heiligen Römischen Reichs in unserer Stadt erhalten haben und einAnrecht daraus besitzen, zu den AI t s r a n k s u r t e r Familien gerechnet zu werden.Bei dieser zeitlichen Einschränkung mußte ich mir leider versagen, eine Reihe vonbekannten Familien wie v. Blittersdorsf, Ihn,, Aolligs, Augler, Roques, Luttcroth,Stoltze u. a. iu den Areis der alten Frankfurter auszunehmen, da deren Bürgerrechts-erwerb in die Zeit nach (306 fällt. Auch die Juden, welche damals der christlichen