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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
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war, gebildet hatte. Auch seine beiden Söhne brachte erdazn, daß sie abfielen. Sein armes Weib aber mußte auchdas noch erleben; sie war die Elende, über die alle Wettergingen, die Tag und Nacht weinte und sich aus demJammerleben heraus wünschte. Ihr letztgeborenes Kind,Wilhelmine, siechte elend dahin und starb 1846. ZweiJahre darauf, mitten in der Zeit der Revolution, wo derUnglaube und falsche Freihcitsschwindel gar mächtig seinHaupt erhob, nahm sie der barmherzige Gott hinweg. Siestarb am 12. Juli 1848, Abends 12 Uhr, nach einem lang-wierigen, schmerzlichen Krankenlager.

Einfach und still, wie sie es sich vor ihrem Tode ge-wünscht hatte, wurde sie an einem Sonntagsmorgen beerdigt.Es war ein herrlicher Sommermorgen, Alles so friedlichund still, nur die Vöglein in den Lüften lobten den großenSchöpfer; die Sonne war so herrlich aufgegangen und vomDome läutete es zur Frühmesse. Da trug man ihreLeiche ans dem Thore nach dem Nenstädter Friedhofe, woauch die Gebeine ihres längstverstorbenen Vaters ruheten.Und hinter ihrem Sarge ging der ungläubige, gewissenloseMann mit seinen beiden Söhnen, froh, daß er seine Lastlos war, denn eine Thräne konnte er ihr nicht nachweinen,hatte er doch selber die Nägel zu ihrem Sarge geschmiedetdurch seiu treuloses, schändliches Benehmen. Aber fühlensollte er's wenigstens. Von den Verwandten hatte sichKeiner in seinem Hanse eingefunden. Die beiden Brüderder Verstorbenen empfingen die Leiche um Eingange desFriedhofes und schlössen sich alsdann den Begleitern an.Nach dem Begräbnisse ließen sie den Hartherzigen gehenund haben sich nicht wieder nach ihm umgesehen.

Ein Jahr später verheirathete er sich mit der Wittwedes Maurerflickmeisters Meyer in Nordhausen, durch welcheer ein Haus und etwas Vermögen bekam. Er selbst hatteschon in einer Kattunfabrik mehrere Jahre guten Verdienstgehabt und so kam nun eins zum andern, wie er's sichgewünscht hatte. Mein Vater Pflegte von ihm zu sagen,wenn man ihm etwas von Presse!» erzählte: Er wird ja