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in welcher die Generale Oudinot und Macon sich einquartirthatten. Seine Gemahlin trat den Plünderern in ihrer Sprachemit Würde und Energie entgegen, aber ihre Wohnung war amTage der Schlacht so mitgenommen worden, daß sie das Aner-bieten des befreundeten Stadtkommandanten, Majors Franz Ludwigvon Hendrich, in sein zu dem Schlosse gehöriges, von FriederikeHubert in seiner Abwesenheit besorgtes, Haus überzusiedeln, an-nahmen. Die Stadtkirche und das Schloß waren von Verwundetenangefüllt; Wolf transportirte selbst mit seinem Diener Verwundeteauf einer Trage aus der Stadtkirche in bessere Quartiere undnahm sich eines gefangenen Vetters, des Preußischen Lieutenantsin: Regiment pirch Friedrich Ludwig Heinrich von Tümplinga. d. H. Tasekirchen, verwandtschaftlich an.
In Sorna hatten die Franzosen unterdessen Alles verwüstet.30V Mann Tavallerie hatten mehrere Tage dort gelegen, dasmeiste Vieh getödtet, das Getreide verbraucht und die Bücher undGemälde aus einen Haufen zusammengetragen und verbrannt. DerPächter hatte sich mit seiner Familie in den Wald geflüchtet.^
In Jena selbst war bis zuni s6. October die obere Iohannis-
" Goethe, in Sorge »m seine Ienaischen Freunde, zu denen auch Wolfgehörte, sandte ein Eircular vom ;s. Gctober nach Jena mit der Bitte umNachricht, wie der Airchenrath Grießbach, Friedrich Frommann, HofrathEichstädt, Hofrath Starke, Bergrath Lenz, Dr. Scebeck, Major von Anebel u. a.,so schrieb auch Wolf auf das Ejrcnlar seine Antwort. Diese lautete:
„Ich und meine Familie welche sich über Ihr Wohlsein freuen, sind nochgesund, ob meine Fra» gleich als Wöchnerin viel Schrecken ausgestanden hatt.von meinem Guth habe ich keine ganz gewisse Nachricht erhalten indessen solles mit Jena gleiches Schicksal haben. Die Madmoisellc Hubert hatt sehr vielgelitten doch ist ihre Gesundheit leitlich, ich wohne seit vorgestern mit meinerFamilie Key ihr, da mein voriger wirth und die Seinigen sein Haus verließ,so sah ich mich genöthigt mein Logi auch sogleich zu verlassen, um nicht dieLast der Einquartierung allein zu tragen, q Tage lebten wir in steter Feuers«gefahr und andern schrecklichen Auftritten. —
Tümpling."
(Goethe, Weimar und Jena im Jahre ;sos. Nach Goethes Privatakten.Herausgegeben von Richard und Robert Aeil, Leipzig ;8S2, S. 58.)