Des sechsten Buches dap.xxil.
§. 4.
Von dem Königlichen Portugiesischen Pallast.
Ieser Pallast/der an dem Ufer des liegt/ wendetsich nach der aller-
^ Mosten Breite des See-Hafens: Er hat unterschiedliche alte so wohl alsLxxv. Gcbäue/ die auff das bequemlichlic aneinander hangen/ und aus
einer grossen Anzahl Wohnungen belichtn/ welche aber alle nicht mehr als eineintziges Stockwerck hoch/ sehr prachtig gieret/ und mit allerhand reichenHauß Geräth versehen sind.
Im Winter werden sie mit überaus kostbaren Tapezmyen behängen/undim Sommer wieder weggethan- weilen die Portugiesen in dieser Jahres Fr-stkein Belieben darzu tragen: Die allen Bewohnungm/ die sich nach einem kWncn Garten lencken/und zur einen Seil an ein- m sehr hohen Thume an demein Uhr-Werck zu sehen/endigen/sind vor die Königin bestellt; Der König be»wohnt die neuen Gemächer / deren vornehmstes Aussehen auff den grossenPlatz Icrcro lie Paco genannt-gerichtet ist. Diese ffoffen an ein viereckichttsGcbäu/dessen Grund W>!g'p>i5der!il. König aus Spanien an dem Gestaddes 'idagc. hat legen lassen- Man sicher darinnen einen grossen Saal/ in wel-chen alle Vestnngm in Portugal! sehr kunstreich vorgestellet wcraerp unter de-nen sich ein und andere befinden/ die ich mit eigenen Händen sechsten verfertiget.In eben diesem Zimmer pflegt der vornehmste Staats - Minister Audientz zugeben. Der Saal woselbst die Leib Wacht/liegt zu unterst an den Königlicher»Gemächern/ und ist derjenige -Ort/ in dem die allgemeine Reichs - Versamm-lungen gehalten werden.
Derjenige der aus diesen Saal die Treppen hinab gehet/ kommt an einenOrthlakurch genannt/ der m des Paliasts Begriff ein gintz kleines Gebau/das aus etlich bedeckten Gängen bestehet/ so von eitel Kaufflmthen angefüllet/die allerhand frcmbde Galanterien darunter zuverkauffen pflegen In seinerWmckel einen ist die Cammer/ woselbst der Kriegs Rath zusammen kömmt/und oben darüber noch unterschiedliche andere Richter-Stühle/unter denen derVornehmste derjenige/allwo die P^Ibponz abgesondert werden/wann man ausdem Königreich sich bcgebrn will. Aus dieser kleinen Bewohnunq gelangetman wiederum hinausswärls über eine Stiegen in die Königliche Hoff ^ Ca-pelle/ die gewaltig groß und über alle Massen reichlich gezicret ist- Die Königinnebst denen andern vornehmen Damen begeben sich auff einen Gang- der miteinem schönen Gegittcr eingeschräncket.
Das Haupt-Thor des Pallasts sichet auff den Platz l'crero cle p^o,auff welchem an allgemeinen Freuden-Tagen die DchftmFrste gehalten werten;
Dieser