Von dem Königreich Spanien.
4«L
§. 8.
Bon der Königlichen Spanischen Burgzu Madrid.
cxvl.
^>Er König von Spanien hat zween Pallaste zuMadrid / von weichen dereine Liron-K.criro, der andere aber Ll ?aUrio ctel k.cx, das ist des KönigsPallast/genennet wird. Dieser Letztere ligt gegen Nidergang auff einer^^Hche/vor einem sehr weitläufftigen Platz der sich auff der andern Seiten gegenVieallerscbönste Gasse/so zu Madrid ist /wendet/ die deßhalben auchM die arösseste Strasse genennet wird-
Der vordere Theil bemeldten Pallasts ist ein gewaltig kostbahrer Bau aus^^'eitelQuatersiückenauffgeführtt/ dessen übrigeStockwerckallein ausgebrannten^^ ^Sleimn bestehen/und mit einer unzehlbarm Menge Fenster gezieret sind/ welchealle-hre eiserne Ercker und zu beyden Seiten sehr hohe Thüme haben von denen/'' ^4-der eine gantz unvollkommen/das Dach des andern aber zugespitzet ist.
In bcmeldctem Untertheil weiset man ein gewisses Zimmer / in dem / wie dieSpanier vorgeben/der König von Franckreich kiancckcus der t. seit wahrender sei«mrGefänqniß/si'ch auffgehalten haben solte-
Gleich im Eingang des Pallasts siehet man auch ein überaus grosses Ge-ivölbldaßdie Spanier L^uanheissen/unter denen derer vornehmsten Herren ih«reGutschenzu halten pflegen.
Jenseit des cazuan erzeigen sich zwey Höfe neben einander / die zwar mitweckichtbedeckten Gangen/ welche um einen jedweden geführet von einanderunterschieden sind ' und verursachen daß gedachte beyde Plätze glachsam zweyerGattungen Creutzgänge nicht unähnlich scheinen- Gedachte Gänge sind gedop»
Mund ist einer über den andern auffgeführet. Auff dem Untersten befinden sicheitel Kau ffleulhe/so des Tages über allerhand schöne Sachen und Galanterirenfeil biethen.
IndemZwischen-Raum dieser beyden Art Creutzaänge/undzwarzu aller-Merst d!s Hoffs siehet eine Treppe/ worüber man auff diezwey E sie o-cr -Ober«theil kommen kan / dessen Sälcr /und insgemein alle Gemächer sehr dunckcl sind/weiln die Spanier/als die sich befürchten / daß sie er Hitze dadurch einen Zugangverschaffen möchten / zumahln auch das Glaß und die Scheid in Spanien / gantzungemein nicht viel nach den Fenstern fragen.
Die Königliche Zimmer sehen in einen Garten/der zwar sehr klein und auffeiner unzugänglichen Höhe ligt zur Setten aberein Lust-Städtlein hat / das sichder Länge nach des Flusses Mancanaretz erstrecket / und über die masscn ergötz->ich ist.
(Ppp) 2 Das