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4 (1719) Von dem alten und neuen Europa
Entstehung
Seite
320
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Des sechsten Buches Op. XVI.

gefehr drey Meilen vom Land/und war vor diesem mit einer ansehnlichen Stadtgefierel welche sich gegen Auffgang auff emer kleinen Höhe befunden/ allein es istdieftlbige heut zu Tag in ein schlecht und geringes Dorff/das nicht garviel Ein-wohner mehr hat/ verwandelt worden. Sie hat überflüssig viel Schwein/Gcmssn und Immenstöcke/ gehöret nedst folgenden denen Türcken.

2..Die I"iu!Z.embws/die denen Griechen vor diesem Mter dem Nah-men Jmbros bekannt gewesen/ist vielmehr mit Bergen als ebenen Feldern an«Hksüilee/ man findet in derselben nur zwey Städte oder vielmehr Flecken/ der al-tergrösseste liegt m einem Thal/ der kleinere aber auff einer Berges-Höhe/undfind alle beyde nicht sonderlich bewohnt/ obwohl sehr stattlich gesundes Was-ser darinnen zu finden. Die völlige Jnsul hat einen grossen Überfluß an Ho«mg/ wilden Ziegen/ und unterschiedlich anderem Vieh/ das ihre Dolcker/ dieGriechen sind/ denen Schiss-Leuthen/ welche bey ihnen Ancker werffen/ zuver-kauffen pflegen. Bw dieser Jnsul ist Anno r?; 7- den r z. - 4. und » 6. Iuniidie Türckische Flotte von der Venctianischcn geschlagen worden.

z. Die Ins»! Gmbmena erkannten die Alten unter dem NahmenLemnos/ den die heutigen Griechen mit dem Nahme»; Stallmene verdorbenhaben. Sie liegt gegen Norden undTbracien oder der Romania/ und der klei-nen Insul Samandrachi/ gegen Süden an der Breite des Egärschen Meeres/gegen Osten nach Natolien und der kleinen Insu! Embrs/ und gegen Westennach dem heiligen Berg ode? vic>«c zu-

Ihre vornehmsten Vorgebürge stnd/Cochino/ Skala/ Plati und Poleo-tastro: Man hatte vor diesern sechtzig Städte oder Flecken darinnt gezehlet/welche heutiges Tags aber meisten theils verheeret und verwüstet liegen.

Die Stadt Sealmiene istZdaselbst wohl betrachtms-würdig/ die andernOetter werden Chorion/ das ist/ Dörffer genennet. Hephestia und Minna/so sich m der Insu! noch auff diese Stunde befinden/waren vor Alters in gros-sem Ansehen.

Aus denen Stein Brüchen der Insu! Stalimene pflegt man auch die ver-pitschirte Erd heraus zu graben/die zu vielen Kranckheitcn/absonderlich zumBiutstillen höchst heilsam ist r Die Alten nannten diese Erde l'errawelche wir heutiges Tages 5iZitI-ic.i heissen. Der Türckische Käyser hat eingrosses Einkommen darvon. Alle Jahr nur einmahl und zwar an dem Tageder Verklarung Christi/ der in dem August Monath fället/ wird dieseidigebey einer Capellen Sotira/ das ist unsers Heylandes/in gewaltiger Menge undmit sehr grossem Aberglauben/gantz Haussen-weiß heraus gegraben/und daravffbey Leibmnd Lebcns-Sttaffe verbothen/ daß sich niemand gelüsten lassen solle/Heimlich und ausserhalb solcher Zeit etwas von derselben zu hohlen: Man thutsie nach diesem in Säcke/ an die/ gleichwie man vorzeiten derjenigen ObrigkeitPettschafft daran gehangtt/ welche das Land regieret hatte/ das Türckische Im