Des sechsten Buches xv.
Angel zu beyden Seiten benetzet/ fonnitt ohn einiges Wiedersprechen den al-lerschönstcn See-Hafen/ der in gantz Europa zufindcn - wie solches aus demallhier beygefügten Entwurfs abgenommen werden mag.
Bemeidetcr See-Hafen ist ein dcrmassn herrlich und bequ wer Orthwr die großen Schiffe zu anckcrn/ daß sie auch allenthalben Boden finden/und in grösier Sicherheit mit dem Vordcrtheil zu Land anfahren können.Die Stadt mag ohngefehr in ihrem Umkreiß/ wenn das Serrail darzu ge-nommen wird/drey Frantzösische Meilen in sich enthalten; sie hat zwey undzwantzig Thor: ihr Grund und Boden ist gleichwie das alte Rom von siebenbügeln durchschnitten/ also daß weile fast alle Häuser je eines höher als dasandere liegt/ man dieselben so wohl auff dem Meer als freyem Felde gar ei-gentlich sehen und unterscheiden kan/ und weiln sie sehr prächtig bedecket/ undvon vornen mit unterschiedlichen Farben angestrichen / als mag nichts anmu-khigers als dieser ihr schöner lochen vor das Gesicht gefunden werden. Esstimmt aber ihr innerlicher Theil mit solch herrlich - ausserlichm Ansehen beyweiten nicht überein, sintemahln die Straffn sehr eng/ und sich aller Hrchenin die Krumme ziehen: Die Häuser sind gemeiniglich aus Holtz g-bauct/wes-wegen auch die Feuers-Brunsicn gar öffteis daselbstm zu entstehen Mm.Man findet in der Stadt so wohl vor den Moscheen/ als auch an den Creutz-Strassm/eine gewaltige Menge springender Wasser.
Es sind viel und kostbare Moscheen darinnen/ unter denen derH- Sophiaihre/welche denen andern allen zu einem Muster gedicnet/die schönste ist: Einejegliche Mosguee oder Türckische Kirche hat eine Schule und Armen-Herberg/allwo die nochbedürfftige Türckcn unterrichtet und erhalten werden.
Man siehet über das in der Stad einen öffentlichen grossen Platz/den dieTürcken Atmeydan nennen/ und die Griechen Hypodrome geheißen haben.Dieser ist mit einem Obelil'co und einer Ertz -Säule von dreyen Schlangen/da je eine in die andre sehr kunstreich gewunden / gantz prächtig gezieret- Esgibt auch an viel andern Orten derselben noch überaus schöne Säulen-
Das alte und neue Scrrat!/ das Schloß der sieben Lhürne/ unddes Lvmwmml Pallast/sind fast die merkwürdigste Gebäude in Constanti-nopel.
Jenseit des Canals/ der den See - Hafen macht/ siehet man die kleineStadt Galaea/ so von sehr vielen mit prra/ alldieweiln die eine nicht garweit von der andern entfernet/ gar öffters pflegt vermischt zu werden: der Fran-tzösische lozirt zu pera; der Käyserliche/ Königlich Pohlnischeund Raguseische aber zu «Lonstantmopel.
Gegen Mittag der Stadt ist das Marmonsche Meer/ das die Alten
pro-