x; 8 Des sechsten Buches Lap. VII.
jungen Füllen / und lassen dieselben bißweilen unzerbauen an einem Stück bratenSie nennen ihrGetränck/ das aus Weihen und Wurtzeln zugerichtet/ Chimusoder Boza-
Ihr gantzer Reichthum bestehet in Sclaven so wohlWeiblich-als Männ-lichen Geschlechts/ die sie mit ihrem vielfältig-und unvermuthetcn Einfällenund Streiffen / welche bald in Europa bey den Moscowiten / Pohlen/ und Teut-schen/ bald in Asien bey den Völckem Gurgistan und Mingrelincrn beschehen/darvon führen: Man hat obicrviret/ daß sie aus Schlesien und Mahren in ei-nem einfügen Jahr mehr als sunffzig tausend Personen zu Sclaven gemacht/und in die schwere Dienstbarkeit mit sich h nweg geschlcppet haben; solche ver-kaufst!! sie hernachmahl in der Türckey - ja bißwcilcn in Lnm^ sechsten den Ar-meniern/ Griechen und Juden/ welche sich alloa niedergelassen / und bezahlendarmit dem Cham oder Landes - Fürsten ihren gewöhnlichen Tribut.
Sie scynd streitbar uno sehr wohl beritten / ihre Pferd gewaltig daurhagtund gantz bequem dergleichen weitentfernte Einfalle mit solchen Landstreichernauszustehen / welche nichts als Krieg und Verderben suchen; sie stellen sich deß-halben auch allezeit in den Armeen/ bey welchen sie sich befinden / an dieSpßeder /!vAm-e^räe, nur damit sie die ersten im plündern und rauben seyn können.Diejenige/ welche den Moscowiten berachbart/ lassen sich unter ihre Twuppenstossen aber dieCrimäifchm leben den Befehl der Groß Herrn nach / die er seineJäger nennet / weiln die Türckcn dieselben gle ch als die Jäger die Hundenofdas Wild / auf diejenige Völcker/ welche sie angreiffenwollen/ loßlauffmundschiessen lassen.
Die Moscowiten/ die im Jahr Christi >661 müden Türckcn einen Still-stand getroffen / haben sich in selbigem verpst.chtet/ den Cnmäischen Tartarnjährlichen viertzigtausend Ducattn Mibur zu bezahlen/ mir diesem zwar aus-drücklichen Vorbehalt / daß die Einwohner der kleinen Tarkarey in ihren Län-dern nicht mehr streiften sollen.
Sie folgen den Mahometischen Unglauben > die aber/ welche mitten indem Land/ seynd nicht so eifferig in der Religion ' sinttmahln sie weder Mo-sqveen/ nochJmas/ das ist Kirchen/ noch zu dem Gottesdienst gewisse bestell-te Personen halten.
Der Fürst der über sie herrschet/ nennt sich Kam / welchen Nahmen etlicheCham ooerHan zu schreiben pflegen. Sein Geschlecht ist mit dem Ottomalini-schen so gewaltig genau verknüpftet/ daß wegen eines zwischen ssnen aufgerich-teten iv-xAacx, man auch öffentlich aussagt/ daß inAbste>bung des letztem / desKams sein Stamm ohrsschibar die Kayserliche Cron empfahcn würdet Damitin essen aber der Türckische Kayser sich des Chams destomehr versichern möge/so muß ihm derselbe allezeit seinen ältesten Sohn zu einer Geissel ubersclicken/den er gemeiniglich zu Rhodis aufferzichen last/ «sich wgnn er sich in Mmr