— 95 —
Obiges Schreiben hatte gewirkt. Der Aönig ertheilte schonam November zu Dresden der Stiftsregierung zu Merseburgsden Befehl,** die Wahl Heinrich Tarl's zum Dompropst inSeinem Namen zu bestätigen. Ts findet sich in dem Befehl sogarfolgender Passus:
„Und Wir denn gegen gedachten von Tümpling Personnichts zu e rinnern, vielmehr Selbst auf ihn, als Unfern treu ge-horsamsten Vasallen, vorzüglichen Bedacht genommen, mithinsothanen unterthänigsten Suchen statt gegeben haben; Als be-gehren Wir hiermit gnädigst" :c.
Am 8. December s?6D erfolgte die Bestätigung.
Brühl sah sich noch veranlaßt, aus Warschau ein Gratulations-Schreiben an Heinrich Tarl zu richten.***
5 Johann Georg von Bculwitz war ihr Kanzler.
^ gez. Wilhelm August Graf von Stubenberg.
lhochwiirdigcr, Hochwohlgeborener Herr,
Hochgeehrtester Herr Dom-Probst.
Ew. Hochwürdcn hochwerthgeschäztes vom 2S. Dotodsr jüngsthin habeerhalten. Um Dieselben, wie das Anverlangen wegen eines ksvsrsss einigesUtißtranen in Dero Dsvotion gegen das hohe König!. Ehnr-Hauß keincswcgeszum Grunde gehabt, desto vollständiger zn überzeugen; So ist sich, bey IhroKönig!. INajt. die allcrgnädigstc Dispensation darvon zu bcwürcken, von mirbemühet worden.
Hierinnen bin ich dann auch so glücklich gewesen, daß höchstdieselbenDero höchste Zufriedenheit über Ew. HochWürden Erwehlung zum Dom-Probstin Merseburg Ihro Geheimen Lonsilio durch ein äato nach Dreßdcn ab-gehendes Kssoript bekannt machen und selbigem die Dontirrnation darüber inder hergebrachten Maße zu crthcilcn, allergnädigst heimstellen lassen. Zudieser neuen vorzüglichen Diznitat Zratnlire demnach Ew. HochWürden vonganzem Herzen, und wünsche, daß Sie solcher, nachdem hierunter vor sichhabenden gutein Beispiel Ihres Herrn Drascksosssoris Dxosll., bis in dasspäteste Alter bei vollkommenem Vergnügen und Wohlergehen vorstehen mögen,in derjenigen aufrichtigen Hochschäzung, wormit ich unabläßig beharreWarschau ftochwürden und Hochwohlgeboren
den ,2. Nov. i'-so. ganz ergebenster Diener
GvBrühl.
An den Hrn. Dom-j?robst von Tümpling.