Von dem Königreiche ubl«° 155
Die Cameele pflegen sich im Frühling zu paaren, und dieses währet nichtlanger als viertzig Tage. An wahrender dieser Zeit müssen sich die, so ihrer war.ten , für ihnen fürchten, weilen diese Thiere, wie es scheinet, alsdann gar einscharffes Gedächtniß haben, und sich wohl zu erinnern wissen, wie hart sie vonihnen sind gehalten worden, derowegen treten sie ihreCameel.Treiber, wann siedieselbeerreichen können, unter die Fusse, und beissen sie,daß sie es wohl empfinden.
Man hat wahrgenommen, daß die Cameelö» Mlch ein vortrefflichesMittel für die Wassersucht scye, und daß diese Thiere einen natürlichen Wieder-willen gegen die Pferde tragen.
Von dem Zustand des heutigen ^
/RS haben sich die Alten geirret, daß sie vermeinet, daß dieses Land von den>^Strahlen der Sonnen so heiß seye, daß man es nicht wohl bewohnen könne., 'Und dkseS ist die Ursach, daß sie ihr Lüm- durch die AnsulKwroe, die wir ietzo^ '<Zuczucrre nennen, haben gehen lassen. Zwar ist nicht ohne, daß die Lusst beym 'Tag sehr warm sey, es ist aber dieselbe nicht schädlich, und wird durch die kühle.
Nächte mercklich gelindert, welches dann eben die Zeit, darinnen man zu arbei» ,ten, und seine Geschaffte zu verrichten pfleget.
Die rTublenssr sind klein von 5rzmr. schwach von Färb, und eines von denKindes-Blattern, so sie wohl zwey oder dreymahl nacheinander bekommen, überalle massen verderbten Gesichts. Die Reichen kleiden sich in leinen Tuch, die Ar.men aber in groben Zwillich, und gehen auch, wann die Hitze groß ist, gantzna. 5ckend, ausgenommen, daßsie die Scham. Glieder mit einem Stücklein Taffetbedecken.
Sie treiben grosses Gewerb mit ihren Pferden, die gantz schwach sind, sowerden auch ihre Cameele sehr gesucht. Sie handeln auch mit einigem Korn,welches sie um Tuch und Tasset, so sie sehr hoch halten, verwechseln.
Man findet auch daselbst viel Gold.Körner, welche die Bäche aus den Ber.gen ins platte Land sichren, aus denen sie verschiedene Sachen zur Zierde machen.
Sie sind tapffere Leuth,^ und streiten besser zu Pferd als zu Fuss und legen ihreKopsse sogenau an die Halse ihrer Pferde, daß man meynen solte, sie hätten bep.de nur einen Kopff.
Seit deme sie angefangen haben, ihre Pfeile zu vergifften,hat der TüvckischeLussz in Egppten das Hertz nicht gehabt, sie so offt, als er vor diesem gethan, anzu.greiffen, und zu iiberfallen.
Das Gisst wächset in ihrem Lande, mit welchem sie auch grosse Handthie.Mg treiben. Dieses ist ein kleines Körnlein, welches in einem Kraut, so einerBrennessel nicht ungleich ist, stecktet, und ist jedes Körnlein so vergißt, daß, wannman zehen Personen davon geben solte, dieselbe insgesammt in einer ViertelStunde des Todes seyn müßen. U - Sie