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3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
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154
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i, 4 Des fünfften Buche xvi.

fährlich reissende Thiere sind, es gibt aber auch gute Cameele darinnen, vonde-nen man absonderlich grossen Nutzen haben kan. In, übrigen siehet man daselbstkeine grosse ungeheure wilde Thiere, ob sie schon sonsten in älncz sehr gemeinsind, und halt man dafür, daß dieser Vortheil in dlubi^ von den süssen und ge»simden Wassern herkomme.

Es ist aber das Cameel ein zahmes Thier, welches mit sich umgehen lastet,wie man will, und wird von den Arabern (Zimoz gcnennet, dann es beydes inHtrica und zu finden. Die in haben insgemein zween Buckel aufdemRücken; die in^lricz aber, welche man auch Arabische Cameele nennet, habennur einen auf dem Rücken, und einen fernen auf der Brust , der ihnen an statt ei»ner Stütze dienet, wann sie ruhen wollen.

Das Weiblein traget feine Leibs-Frucht eilffMonath. Wann man das»selbe abrichten will, daß es feine Knie beugen, und sich beladen lassen soll, solc»gen sie die vier Füsse unter seinen Bauch, lassen es also i s. oder i o. Tage liegen,und legen ihm fo lang Steine aufden Rücken, daß es nicht aufffiehen kan, damites gewöhne, geben ihm auch nicht viel zu trincken.

Wann einer nun das Cameel beladen will, so thut man anders nichts, alsdaß man es mit einer Spieß-Gerte an die Knie,und an denHalß anrühret,so wirdes sich dann alsobald nieder lassen. Es kan fünff oder sechs Tage ungetrunctenbleiben, welches dann im Reisen durch die Wusteneyen trefflich bequem fallet.Wann es zum Wasser kommt, so trincket es sehr viel, nachdem es aberdasselbezuvor ein wenig trüb gemacht hat.

Die Gerste ist ihre gewöhnliche Nahrung, nichtsdestoweniger muß sichbißweilen 40. oder so. Tage mit Graß, oderAesten von Bäumen behelffen.

Die Cameele in andern Landern aber können nicht so lang ohne Essen blei-ben, also, daß jeder Kaussmann gemeiniglich zwey Cameele haben muß, worunterdas einenichts anders dienet, als daß es die Speise nachführet. DasEamcelwiederkauet bey Tage, was es die Nacht über gefressen hat.

Die Drossele Camcelen werden KrKcZcn, LreZin, oderklo^mmgenen-uet, und können insgemein tausend Pfund schwer tragen.

Die kleinere,welche wir vromeciarij heissen, werden von den Arabern ke-cker. oder klzk-in genennet; diese sind zu nichts anders,als zum Reiten zu gebrau-chen, worunter einige einen so schnellen Gang haben, daß man mit ihnen des Ta-ges dreyßig bis viertzig Französische Meilen verrichten kan.

Die Araber, so die Cameele verkauffcn, gebrauchen sich eines Betrugs, da-mit sie der magern loß werden ; dann sie machen ihnen bey dem SchwachemLoch in die Haut, und blasen sie auf, daß sie dick und fett scheinen.

Die Africaner, und insgemein alle die, so damit Handlhierung treiben,ver-schneiden dieselbe, und lassen unterzehen Weiblein nicht mehr, als nur ein Mann-