VStt den, alten und jetzigen Ägypten.
tausend Menschen zwantzig Jahr lang gebraucht habe, welches ihn aber wc«mg geholffen ; dann weil er das Volck durch diesen langwierigen mühsamenBau untergedruckt, und hart beschweret, habe man ihm gedrohet, daß manseinen Leib nach seinem Tode verbrennen wolle; weßwegen man dann befehlenmüssen, denselben anderswohin zu begraben.
Der Grundriß der grossen Pyramide ist ein langes Viereck, und jedeSeite dreyeckicht, so sich oben ein wenig zuspitzet. Dann man hat nicht weitvon der Lxcremicar gegen ihrer Seiten zu Staffeln eingehauen, auf denenman auswendig hinaus steigen kan, und hat jede Seite zwey hundert undsechs, oder zwey hundert Staffeln; denn man kan nicht so eigentlich ihre An«zahl wissen, weil durch die Aelre, und vom Ungewitter etliche zerbrochen sind,und sich unten an ihrem Fuß viel Sand gesammlct hat. Bas gantze Gebauist von dicken und langen Steinen, welche im Lande zu finden, und so hart,als Marmel sind, auffgeführet, so find auch die, aus dem die Staffeln ge»hauen worden, einander nicht gleich; dann es find etliche 4.Schuhe hoch, undbreit, andere aber sind um ein gutes geringer.
Mitten in der Pyramide hat es einen prächtigen Saal, da dessen Estrich,Wände, und der Grund von eben diesem Stein gemacht find, auf der einenSeite aber ist des Stiffters Grab zu sehen. Selbiges ist von einem einigenStein gehauen, und von dem Gebau selbst abgesondert. Man muß sichauch zum höchsten darüber verwundern, wen man den in« und auswendigenTheil der Pyramide beschauet, und was für unglaubliche Mittel die Bau«meister gebraucht haben, so ungeheure grosse Steine in die Höhe zu führen, undin so schöne Ordnung und Zierlichkeit zu setzen. Dieses hat etliche Reisendeveranlasset, daß sie dafürgehalten haben, daß dieses ein steinerner Berg ge«tvesen sey, den man, wie es allerdings das Ansehen hat, inwendig ausgehoh»lck, und auswendig beHauen hatte.
§- I-
Von den Mumien.
^^Je Mumien find Tod temCörper, welche die alte Cgyptier mit grosserSorgfalt aus eben der Andacht, als die, so die Pyramiden auff«geputzet, balsamiret haben. Denn das Erdreich, allwo man die Mumienfindet, ist anders nichts, als ein grosser und weiter Kirchhof bey dem Dorffe5zcc,r-l, und find noch andere hin und wieder in den Sand-Fcldern, welchediese gantze Gegend kurmiren, zerflreuete Pyramiden zu sehen.
Dieser Sand, welcher überaus zart und an Farbe gelb ist, bedeckt einegrosse Menge Brunnen, oder Gruben, welche schnür »gerad und nach der
H ) Richt«