dem Vorsitze des dortigen Ortspfarrers ihre Berathurigen abhieltenund ihre Entscheidungen gaben. Der Ort der Abhaltung war fürgewöhnlich die Kirche, und zwar wurden die gerichtlichen Sprücheund Urtheile unter der in der Kirche befindlichen Lichterkroneverkündet, ausnahmsweise fanden die Sitzungen des Gerichtes auchim Pfarrhause statt. Die Neuwahl für die erledigten Schöffenstellenfiel gewöhnlich auf Aschermittwoch, bei welcher Gelegenheit aucheiu sogenanntes Mahl abgehalten wurde. Es wird den Leserimmerhin interessiren, über den Kostenpunkt dieser altgebräuchlichenTages-Mahlzeiten etwas Näheres zu erfahren, und darum lassen wirhier die Aufstellung des Verzehres und der Kosten aus demJahre 1612 folgen:
3 roggen brot. Jeder ad 29 b.
5 reyen mieten. Jeder ad 29 b.o reyen wecken. Jeder ad 3 m.
614 Pfd. hollendische kess. Jeder Pfd. ad 31464 Eier zu Pannenkochen, die Fischerey, nemlich :Aberdan, Stockfisch und schollen kosten zusamen7 gl. 1 m. —
Der neugewählte Schöffe musste bei seiner Einführung zuvorin die Hände des Vorsitzenden den gebräuchlichen Eid ablegen.Wir geben hier nachstehend das Formular dieses Eides, wie esseit dem 15. Jahrhundert in Gebrauch war.
„Du N. geloeffs ind up deyssen Dach eyrstwerff aen ind vort„alle dyn leven lanck getrouwe ind hoult zo syn Goed van Hemelrich„ind synre gebenendiden moder. Und unsen patrone synt sebastianus„ind synt balbynen ind deysser kirchen tzo Woerselen ind Her„Wilhelm van Wyrten onsen pastoer ind die andere pasloeren die„nae liaym komen moechten ind des stathelders des pasloers zo„vroegen allet dat geyn dat vroechberch is dat wyr wysseri ind„des neyt, zo laessen umb moechsckaff wylle noch vruntschaff, noch„umb vyanlschaff noch umb leyff noch umb leyt dan zo der eren„Golz ind die Heymlicheit des Heren ind die scheffen zo helen die„heymeliche vroege ind vort den scheffenstoell die meyste partye„zo volgen noch umb Vortel wyll dyns liffs die rechten zo halden„noch umb geynreley Sachen wyl die des Werlet begriffen mach."
„So dich Gott helpen ind al syn hilgen." —
Ausser der vorerwähnten allgemeinen Mahlzeit pflegte jedereinzelne Schöffe noch am Tage seiner Eidesleistung und Einführungden Mitschöffen einen Schmaus zu geben, „a? 1627 den 18. Marty",heisst es in dein schon mehrerwähnten Protokollbuche des Send-gerichtes, „Weilen Conradt in die Bueek den eydt getlian, liatt erpro felici introitu auft' der pastoreyen Stockfisch, gesotten und