Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
Seite
544
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S44

gewohnt hätte, welches Haus jetzo zur Schule für dieArmen-Kinder wieder neu aufgebaut ist, denn das Haus warsehr in Unstand. Das Bildniss des hl. Johannes des Täufershatte die St. Paulskirche unter dem ersten Bischof erhalten,wo stets in dessen Festtag grosser Zulauf von Bürgern undAusländern war, besonders von denen frommen Leuten ausdem Montjojer Land, wo dann stets wie auch in St. PaulKränze und Johannis-Blumen gegen allerhand Krankheitengesegnet wurden.

Es bestanden in unserer Stadt 12 Nonnenklöster:

Weisse Frauen oder Cölestiner in Jakobstrass.

Die geistlichen Jungfern zu St Anna in der Scherpstrasse ;

Die Jungfern in Marienthal in der Marschierstrasse;

Die Jungfern zu St. Leonard, welche ein Pensionat hielten,dieses ist noch erhalten worden, in Marschierstrasse;

Die Ursuliner, welche auch ein Pensionat und auch eine Schulefür andere Kinder, welche nicht bei ihnen wohnten, unter-hielten, und sowohl in der Religion, im Francösischen, imDeutschen und in der Rechenkunst unterrichteten ;

Die armen Ciarissen Marschierstrasse;

Die Pönitent.en in der Adalbertstrasse;

Die Begienen auf St.. Slephanshof, welche auch kleine Kinderunterrichteten Hartmannstrasse;

Die Nonnen St. Elisabeth, welche den Kranken aufwarteten inihrem Kloster am Münsterkirchhof;

Die Christ.enser, welche in der Stadt den Kranken aufwarteten, auf dem Ivapucinergraben, und noch (unerachtet aller ihnengemachten Vexationen) ihr Kloster und Kirche beibehalten haben;

Die Annunciaten auf dem Annunciatenbache;

Die Dominikanessen im Bongard.

Es bestanden 3 Hospitäler:

Das Marianische, welches der Bürgermeister Wespien und seineHausfrau Katharine Schmitz im Jahre 1767 hatten bauenlassen und reichlich fundirt, wo aber von dem gestellten Fondverloren gegangen, durch einen Rechtsstreit zwischen demMagistrat und den Erben Strauch über die Jurisdiktion.

Das Spital zu St. Elisabeth wo sonsten sowohl männliche alsweibliche Kranken aufgenommen wurden.

Alles war unter Aufsicht des Magistrats, woher sie auchjährlich Rechnung ablegten über ihre Güter die sehr beträglichsind. Es wurde ihnen in francösischer Zeit ein Ökonomgestellt, welcher alles gut verwaltete und vieles verbesserte,