541
Ketten und der Rathssekretär mit einer prächtigen goldenen Medaillegeziert, wobei die städtischen Grenadier in der Kirche paradierten.Jede Kelte war an Gewicht gleich 28 Loth. Herr Dechant Cardollhat einen Kelch machen lassen, und der Kirche geschenkt.
Zu Noppiiis I. 17, S. 79.
1790 den 25 Juli. Zur Zeit wie die französischen Prinzenund übrigen viele Emigranten ihr Zufluchtsort hier in Aachengenommen hatten, starb bei Brammertz au com* de Londres derfranzösische Graf Pyregro, Oheim des Duo du Croix, und wurdeam 27. Morgens 10 Uhr auf das feierlichste in dem Todtcnkellerder St. Foilanspfarrkirche begraben. Neckst Armen und Waisen-kindern folgten die vier Ordens mit brennenden Kerzen, dannder Sarg welcher mit Blei überzogen und zugelöthet war. Danntrugen 24 schwarz gekleidete Bürger Packeln, immediate dahinterfolgte ein Bedienter ebenfalls schwarz gekleidet mit Mantel, dasWappen tragend, ein anderer Bedienter trug ein mit schwarzemSammet überzogenes Polster mit dem Herzogshut, der zweite mitdem Orden des goldenen Vliess und dem Orden Saint Esprit. Einanderer trug den Degen mit schwarzem Flur anhangend. Darauffolgte der Due de Croix mit seinen Ordens geziert und mit schwarzemKleid und Mantel, alsdann der Glems besagter Pfarrkirche, woein prächtiges Castrum aufgestellt war, und der ganze Altai-schwarz behangen und in der Mitte des Altars die Wappen ange-bracht waren, und alle Kerzen von ungewöhnlicher Grösse undSchwere, und den ganzen Morgen hindurch hl. Messen zum Tröstedes Verstorbenen gelesen wurden.
Die hochansehnliche Familie hielt sich bevor, dass wennFrankreich wieder in vorigen Stand (wie sie sicher glaubten)zurückkommen würde, dass der Körper wieder aus dem Kellerhinaus sollte genommen werden, und nach Frankreich in derKöniglichen Gruft beigesetzt werden.
Die vormalige Prediger- oder Dominikanerkirche, nunmehrobei der neuen Organisation gewordene Pfarrkirche zum hl. Paulus,ist gegenwärtig die schönste und ansehnlichste Kirche der ganzenStadt, sowohl in aller Ordnung der Kirchendiensten als versehenmit den schönsten Zierrathen, Ornamenten und Silberwerk undLeinewand, wodurch viele ansehnliche und vermögende Leute vieleund kostbare Schenkungen dort vermachen. Bei Installirung alsPfarrkirche wurde der erste Pastor Herr Theilen, vormals alsDominikaner in diesem Kloster wohnend, von dem hoehw. HerrnBischof Marcus Antonius ernannt.