Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
477
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Namen nicht haben wollte, class er durch falsche Vergleichstraktatendie Bürgerschaft hintergangen habe, verfiel in seinem gerechtenUnwillen auf den Gedanken, durch ein von den Zünften gut zuheissendes sogenanntes Plebiscitum der magistratischen Verordnungentgegen zu gehen und den unrechtmässig gehemmten Raths-wechsel durch dieses mit einmal zu bewerkstelligen. Er entwarfauch dieses wirklich den nämlichen '22ten Junius Nachmittagsin dem Betlendorfischen Hause und Hess es daselbst sogleicheinigemal abschreiben. Als man es aber vor allen Dingen derSternzunft zum Gutachten zeigte und diese es aus Gründennicht genehmigen wollte, so liess man diesen Versuch als einennicht zu Stande gekommenen Vorschlag liegen und es ward anihn nicht mehr gedacht.

§. 124. Die um ihr Gutachten gefragte Sternzunft rieth nun,statt des verworfenen Entwurfs den Weg der Güte zu versuchenund sendete selbst aus ihrer Mitte eine Deputation an die Bürger-meister Wylre und Dauven, welche beide in dem Hause des letzternzusammen waren. Der Herr Vogtmajor, welcher nur allein inStande war, sich durch die Menge des dieses Haus umgehendenPöbels durchzudringen, stellte jenen vor, dass sie doch, um dieRuhe herzustellen und den Auflauf des Volks, welcher immerärger ward, zu stillen, das heute früh verfertigte Ueberkömmstaufheben und auf den folgenden Tag die gewöhnliche Raths-versammlung zur Konstitutions-mässigen Abwechselung des Rathsvor sich gehen lassen möchten. Die Herren Bürgermeister fandenauch seine Vorstellung so gegründet, dass sie solche zu befolgensich auf der Stelle entschlossen, und ingefolg dieses Entschlussesrief Herr Bürgermeister von Wylre dem um das Haus herum-stehenden Volk zu, dass sie nur ruhig nach Haus gehen möchten,da die verlangte Rathsversammlung gehalten werden solle.

§. 125. Um das Dauvensche Haus war um deswillen derAuflauf des Volks so ausserordentlich gross, dass, wie die Deputationder Sternzunft kurz vorher erfahren hatte, last niemand aus- undeingelassen worden, weil man, nach Num. 87. „kurz vorher ein„Kistchen oder Mandel durch zwey Leute, welche man für„Portchaiseträgeransah, hatte vom Rathhaus heruntertragen gesehen,„und da ein grosses Geräusch unter den auf dem Markt gestandenen„Menschen darüber entstand, welche diesen Kist- oder Mandel träger„nachfolgten, so zog sich dieser Zusammenlauf des Volks nach der„Krämerstrasse und Bürgermeister Dauvens Haus, wo er sich„immer mehr und mehr vermehrte, und die aus Neugierde„getriebene, welche dem Haufen bis an besagtes Haus folgten,„von dem anwesenden Volk sagen gehört hatten, dass Herr

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