A n l) a n g
zu VI Z b, Zimpert Ionisch, Kaufmann in Hamburg.
Die Ausdehnung des Adels, welchen 'Kaiser Matthias am S, Juni 1516 demphysikus Paul Icnisch verliehen harre, auf Zimbcrt Jenisch, Kaufmann in Hamburg,Bruder des Ersteren, ist auf nicht ganz gewöhnliche Meise durch den Grafen Ernst Mihhclm zu Orttcnl'tlrg, „Freiherr zu Frcycnstcin und Carlsspach, -Herrn zu Erieurr lindEdly und Obristcn Erbcamcrer des Eerzhcrzogthums 'karndren" erfolgt Derselbe harrevon Kaiser -5arl V. die Bestätigung erhalten, daß 'Kaiser Ferdinand am 21, März 1524feincni Urahnherrn, dem Grafen Gabriel von Salamanea-Orrrcnburg und allen deß'cnmännlichen, ehelichen Tcibcscrben und Nachkommen die Machtvollkommenheit ertheilt habe,in Sr, Majestät und des Heiligen Römischen Reiches Namen „Ehcrlich tugcnt vnd wohl-verdiente Personen die sie würdig erachten:
1) Zu 'Kaiser!. Lowitädus k's.ls.tiiris zu Teutsch „Hoffgrafen" zu machen,
2) als offene Notarios rind ordentliche Richter cinzliscyen,
Z) wenn sie Bastarde seien, dieselben zu lcgitiinirc»,
4) sie in des Reichs und Hauses Oestreich Stätten zu seyen, daß sie „sich mögen
freyen und gebrauchen aller priuilcgicn",ö) ihnen „Mappen vnd 2IIcinottcn mit aincm Schiltt vnd crhöhung des 2ldels"zu verleihen,')
2luf Grund dieser ihm zustehenden Machtvollkommenheit vollzog der Graf vonOrttcnburg am 14 August 1ö22 die 2ldclung des Zimbcrr, Die diesbezügliche Urkundebesteht aus Z Theilen: 1) Bestätigung der Machtvollkommenheiten des Grafen von Orrrenburg, 2) Urkunde der Ernennung des Phpfikus Paul Jenisch zuin Lomes pu1s,tinus,Z) Ausdehnung des Adels auf Zimbcrt Icnisch,
Der diese lcytcrc beurkundende Absey lautet wörtlich:
„vnnd aber Er, Docror Icnisch, noch aincn leiblichen Brucdcr von vattcr vnndMucttcr 2llß ncmblich Den Edlen Ehrcnfucstcn Herren Zimprccht Jenisch bey der hoch-bcrhücmbtcn Frcpcn 2ecichs vnnd Handels See Statt Hamburg, Bürgern vnnd Handclß-mann iin leben hat, Mcllichcr obangcrcgttcn 2ldcnlichen Freyheit, Mappen vnnd llainot,aller recht vnnd billichcit nach, 2lllß der eben von gleichen gcschlcchten vnnd Elttcren, aufdisc wellt Ehelich erzeugt, vnnd geboren Sich frcwlich auch crfrewcn, gebrauchen vnndgenießen soll, thun vnnd mag , ... so haben Mir baiden crnanntten Icnischen leibliche»Brücdcrn , , , , vnnd aller ircr baidcr Ehelichen Icibs-Erbcn vnnd Erbcns Erben Mannvnnd Frawcn Personen für vnnd für zu ewige» Zcittcn die obangcdcutte habende an-schenlichc 2ldcnliche Frepheitten in der aller böstcn inaß vnnd formb Auf daß Hcyllig2eöinisch ?!cich vnnd alle der 'kaiserlichen Maycstatt Königreichen vnnd Erblandcl,con firm ircr."
Die Ahne» von Zimbrecht Jenisch's Frau, geb, pusz, werden angegeben wie folgt:Vater: Hanß pusz, 'Kaufniann i>, Hamburg; Großclrern: Hanß pusz und CarharinaGucttingcr- Urgroßvater: Hanß pusz, welcher I) mit Agnes Mirrich und 2) mir MariaHangoldt vermählt war. Die pusz war eine ursprünglich Augsburgische Familie; auchAnna pusz, welche Molfgang Icnisch heirathctc (VI 1 cl), gehörte derselben an.
Das „Frcyhcirs-libell", wie Paul Icnisch es nannte, sandte er am lö, Oktober löZstan seinen Bruder Zimbrecht in Hamburg und fügte der Sendung einen Brief an, welchener eigenhändig auf die lcytcn Pergamcntseiren der Urkunde schrieb. Er sagt darin:
„Damit aber weder Er (der Herr Bruder) noch andere, weder Icy noch In»Künfftigc» Zeiten nir vrsach haben, diesen "Ungleich mir gany widrigen Verdacht zuschöpffen, allß ob Ich auß Sondern» großen Ehrgciy vnd'Hoffart, dein Ich doch von
i) „ Inn vilserem, vnnd deß H. Reichs namen, frommen geschickten vnnd tangentlichen PersonenIvappen vnnd Cleinotte geben, mit ainem Schiltt, Auch mit erhöhung deß Adels vnnd Verleihung desCharnier Helm vnnd darüber nottürfftige ivuneff serttigen. Doch daß sy in sollichder wappenvcrlcyhungvcrhuetten damit nicmandt ainicherley ?ldler 'vnnd sonderlich der 'Rayscrliche 2ldler mitgegeben werde."