Druckschrift 
Der Adel des Königreichen Württemberg : neu bearb. ; Wappenbuch mit genealogischen u. historischen Notizen
Seite
336
Einzelbild herunterladen
 

von Georgii-Georgenau.

19. von Gfeorgii-Greorgenau.

Wegen der Verdienste der Vorfahren um Hausund Land Württemberg, sowie eigener, wurde am17. Januar 1870 der K. niederländische General-Konsul für Württemberg, Emil Wilhelm von Georgii,in den erblichen Adelsstand des Königreichs erhobenund ihm die Erlaubniss ertheilt, seinem Namen dasPrädikat „Georgenau" beifügen zu dürfen. Am2. April 1878 wurde ein Wappenbestätigungs- undVermehrungsbrief für ebendenselben ausgefertigt.

Aus einer alten Familie in Pavia stammend,kam Georg von Georgii 1298 nach Splügen in Grau-biinden und wurde 1325 Landammann des Rhein-walds; seine Nachkommen zählten zu den rhätischenEdlen. Mit Oberst Georg v. Georgii (f 1837) starbdas Geschlecht, das auch zu Andeer, Flims und ThusisVertreter hatte, in Bünden aus. Der Letztere sowiedessen Vorfahren bestätigen in ihren Familien-Urkun-den, dass im 17. Jahrhundert das Geschlecht sichnach Württemberg verzweigte („und stehen davongegenwärtig, 1793, in hohen württembergischen Hof-,Civil- und Militärdiensten"); und es ist urkundlichconstatirt, dass keine anderen Träger dieses Namensals die diesem Zweige Angehörigen diese hohen Stel-len bekleidet haben.

Johann Eberhard v. Georgii, geb. 1694, f 1772,war Herzog!, württembergischer Staatsminister undGesandter am Hofe Friedrichs des Grossen; sein

Vater, Hans Martin Georgii (eingewandert in Würt-temberg 1691), Landvogt der badischen Markgraf-schaft Hochberg, hernach Herzog!, württ. Rath undVogt von Urach, hatte laut Archivalurkunde die imWittlinger Thal gelegenen Erblehengüter Georgenauerworben. Ein Bruder Johann Eberhards, FriedrichHeinrich, wirkte als ausserordentlicher Bevollmäch-tigter im Jahr 1742 beim Kaiserl. Reiclishofrath inFrankfurt a. M. während der Anwesenheit KaiserKarls VIT. die Bestätigung der württembergischenPrivilegien aus; ein weiterer Bruder, Eberhard August,war Syndikus der vormaligen freien Reichsstadt Ra-vensburg, auch nachmaliger reichsritterschaftlicherConsulent. Seine Gattin war Anna, eine geb. v. Weltz.Eberhard Friedrich v. Georgii, württembergischerObertribunal-Präsident, Sohn des württembergischenGenerals und Stadt - Kommandanten Christ. Eberhardvon Georgii in Stuttgart, ist 1797 Abgesandter derwürttembergischen Landschaft beim Friedenscongressin Rastatt gewesen.

August Eberhard von Georgii, K. K. österr.General beim grossen Generalstab; erhielt wegenseines Verhaltens in der Schlacht bei Leipzig 1813vom König von Preussen den Orden pour le meriteund vom König von Neapel für die Einnahme derFestung Gaeta das Grosskreuz des St. Georgsordens.

Wappenbes

Das im Jahr 1878 verliehene vermehrte Wappen be-steht in einem von Roth und Blau gespaltenen Schilde.

In der rechten rothen Hälfte steht der Ritter St. Georgin voller stählerner, goldverzierter Rüstung, an der rechtenSchulter den silbernen Schild mit dem rothen Kreuz daraufumgehängt, das unbedeckte Haupt mit dem Heiligenscheinumgeben und mit der Lanze einen goldenen Drachen erstechend.

Links im blauen Felde steht ein mit dem Bart nachoben gekehrter und nach rechts gestellter silberner Schlüssel,umgeben von sieben sechsstrahligen silbernen Sternen, von

c Ii r e i 1) u li g.

denen drei über dem Schlüssel, zwei zur Seite und zweineben dem Griffe stehen.

Den offenen Turnierhelm deckt eine fiinfperlige Krone,aus welcher nach vorwärts gewandt ein rother Löwe mitausgeschlagener goldener Zunge hervorwächst; in der rech-ten Vorderpranke eine silberne Fahne mit rothem Kreuz, inder linken eine rothe Fahne mit silbernem Kreuz haltend.

Die Helmdecken rechts aussen roth, innen golden, linksaussen blau, innen silbern.

336