Freiherren Varnbüler von und zu Hemmingen.
57. Freiherren Varnbüler von und zu Hemmingen.
Aus einem alten Graubündischen Adelsgeschlechtin Lindau 1519 geboren, kam Nikolaus Varnbüler1544 als Professor der Rechtswissenschaft nach Tü-bingen , wo er durch Kenntnis der klassischen Lite-ratur, elegante Darstellung und praktische Gewandt-heit sich auszeichnete; auch öfters als Gesandter aufdie Reichstage geschickt ward. Ais im Jahr 1548Albas Truppen ins Land kamen, wurde Varnbülerzu Kaiser Karl V. nach Augsburg gesandt und er-langte es, dass Tübingen von Besatzung und Kontri-bution verschont blieb* (Klüpfel, Geschichte d. Univ.Tübingen S. 79.) Seinem Enkel Johann Konrad,
1595—1657, verdankt Württemberg die völlige Wie-derherstellung durch den Westfälischen Frieden.Kaiser Ferdinand III. bestätigte ihm 1650 den „über400 Jahre alten Reichsadel", Herzog Eberhard III.belehnte den hochverdienten Geheimen Regimentsrathmit Hemmingen, OA. Leonberg. Karl Eberhard Frei-herr v. Varnbüler, 1776—1832, Finanzminister 1827bis 1832, erwarb vom Staat 1826 durch Kauf undTausch das Rittergut Höfingen, OA. Leonberg. (Stälin,Beschr. d. OA. Leonberg. 1852. S. 164. 170.) Ausser-dem besitzt die Familie jetzt das Rittergut Ludwigs-höhe bei Münsingen.
W appenbeschreibung.
Ursprünglich bestand das v. Varnbtilersche Wappenaus einem blauen Schilde, in welchem zwei in Andreaskreu-zesform gelegte goldene Szepter sich zeigten.
Seit 1650 aber wurde dasselbe quadrirt und zwar 1und 4 mit den goldenen Szeptern in Blau, 2 und 3 ein auseiner blauen Krone hervorgehender schwarzer Greif, gold-
gekrönt und aus Rachen und Ohr Feuer speiend, in Gold ge-stellt. Aus den beiden goldgekrönten Helmen entsteigt rechtsein blauer Arm mit goldenem Aufschlag, das Szepter haltend,links der schwarze Greif.
Helmdecken sind rechts blau und gold, links schwarzund gold.
199