Druckschrift 
1 (1844) Bis 1299 : mit einer Steindrucktafel
Entstehung
Seite
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1) das ältere Siegel der ratzehurgcr Kirche, ein klei-neres, rundes Siegel: im leeren Siegelfelde sitzt rechtsMaria auf einem Stuhle mit Riicklehne, das Christkind aufdem rechten Arme, in der Linken nehen sich einen Lilieu-stengel haltend, links auf einem Sessel ohne Rücklehneder Evangelist Johannes mit einem Palmzweige in derlinken und mit der rechten Hand ein langes Rand haltendmit einer Inschrift, von der noch zu lesen ist: OI7L .. L (Osianna filio Davidis ?); Umschrift:

* SIGILL'. S'. MÄKia. SECTIO'. IOHHXXIS.

ÖWÄNGÖ. INRÄC8BCh'.

2) das grosse, runde Siegel des Bischofs: auf einemSessel ohne Rück- und Seitenlehnen sitzt ein Bischof, imrechten Arme auf dem Kniee ein aufgeschlagenes Buch,mit der linken liand den Stah haltend; Umschrift:

* LVDOLFVS : D0I ; GRÄ ; RHC0

. CCL0 : C<PC V

3) ein zerbrochenes, kleines, parabolisches Siegel miteiner stehenden Figur, welche in der ausgestreckten Rechtenetwas Unkenntliches, die Linke vor die Brust hält; untensteht an jeder Seite der Figur eine Kugel; von der Um-schrift ist noch zu lesen:

LVM. W [HZjöB -

es ist also wohl das Siegel des ratzehurgischen PropstesWigger, welcher für das Capilel des ratzeburger Bisthumsuntersiegelte.

Das Datum der vorstehenden Urkunde hat zu Be-denken Veranlassung gegeben. Das Original hat ohneZweifel: (I) 0 CC°XXXVI1°; v. Westphalen a. a. 0. datirtdie Urkunde aber vom J. 1230; Unrecht hat v. Westphalender Sache nach nicht, denn da im Mittelalter das Jahr ge-wöhnlich mit Weihnacht anfing, so würde der zweiteWeihnachtstag oder VII. kal. Jan. 1237 jetzt auf den 20.Dec. 1236 fallen; aber dies berechtigt nicht, diese Jahres-zahl in den Text der Lirkunde aufzunehmen, welchen jedochv. Westphalen vielleicht mit derselben erhielt. Dennochmuss die Urkunde vom J. 1237 sein, da der Bischof Ludolfselbst sagt, sie sei im zweiten Jahre seiner Amtsführunggegeben, sein Vorgänger Petrus aber noch in der erstenllälfte des J. 1236 lebte (vgl. Masch Gesch. des Bisth.Iiatzeburg S. 137-140 u. 14S ilgd.), und nach einer kopen-hagener Handschrift am 20. Aug. 1236 starb. Die Dotation