Grafen von Degenfeld-Schonburg.
5. Grafen von Degenfeld-Schonbnrg.
Ein von Degenfeld, OA. Gmünd, benanntesGeschlecht, das seit dem Anfang des 14. Jahrhun-deits auftiitt, und 1456 Eybach, OA. Geislingen,erworben hat, blüht heute in zwei Linien: in einerin Baden ansässigen freiherrlichen Linie Degenfeld-Neuhaus und in der württembergischen Grafenfamiliezu Eybach. Wilhelm von Degenfeld starb als Hun-dertjähriger 1533; von seinen acht Söhnen überlebteihn bloss Martin, welcher den geistlichen Stand ver-liess, der Reformation beitrat und Obervogt in Göp-pingen wurde. Dessen Sohn Christof, gestorben1604 als württembergischer Oberst-Landhofmeister,hinteriiess zwei Söhne: Hans Christof, welcher dieNeuhauser, und Konrad, welcher die Eybacher Liniegründete. Konrads Sohn, Christof Martin, 1625 mitseinem Vetter Christof Jakob in den Reichsfreiherrn-stand erhoben, erntete als Kriegsmann in kaiser-lichen, schwedischen, französischen und venetianischenDiensten viel Ruhm. (Kapff, Chr. M. v. Degenfeld.Ulm 1844. Pfister in der AUg. D. Biogr. 5, 23 f.)Auch von seinen sechs Söhnen thaten sich mehrereals Kriegshelden hervor, besonders der jüngste, Han-nibal, gestorben als Generalkapitän der Republik Ve-
nedig zu Nauplia 1691. (Landmann in der Allg. D.Biogr. 5, 25.) Christof Martins Tochter Maria Su-sanna Louisa wurde 1658 die morganatische Gattindes Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz. Einerihrer Töchter, der Raugräfin Luise, .1661—1733, istin dem Briefwechsel, den ihre Stiefschwester Elisa-beth Charlotte vom französischen Hofe aus mit ihrführte, ein unvergängliches Denkmal gesetzt. (We-gele a.a.O. 26.) Eine andere Tochter, Karoline,wurde die Gattin des Herzogs Mainhard zu Schon-burg und Leinster. Ihre Tochter, Gräfin Marie vonSchonburg, heiratete Christof Martin von Degenfeld,preussischer Minister und General der Kavallerie,welcher 1716 in den Grafenstand erhoben wurde undden Beinamen Schonburg und das SchonburgschcWappen annahm. Sein Sohn, Graf August Christof,f 1814, vertheilte den Besitz unter seine vier Söhne,doch so, dass die Rittergüter in Württemberg: Eybach,OA. Geislingen, Dürnau, Rechberghausen, Staufeneck,OA. Göppingen, Theil an Essingen, OA. Aalen, einbloss für die Lehenserben im Mannsstamm vererb-bares Familienbesitzthum bilden sollen. (Bauer, Be-schreibung des Oberamts Gmünd. 1870. S. 313 ff.)
Wappenbeschreibnng.
Das Wappen, dreimal in die Länge gespalten und zwei-mal quergetheilt, zeigt im ersten Felde acht goldene, in Formeines einfachen und Andreaskreuzes auf einem schwarzenSchildchen hervorragende Lilienstäbchen in Silber; im zweiteneinen geharnischten silbernen Reiter auf weissem Pferde inRoth; im dritten und vierten sechs silberne Schindeln in Roth;im fünften drei silberne Malteserkreuze in Schwarz. Derquadrirte Mittelschild, mit einem Herzschilde belegt, ist
eins und vier roth und silbern quadrirt, mit einem blauenFusse; zwei und drei schräglinks durchschnitten, oben roth,unten silbern, zeigt einen grünen Sittich mit silberner Kroneund Halsband. Das Herzschildchen zeigt in Blau einen sil-bernen gekrönten Adler.
Als Schildhalter stehen rechts ein goldener Löwe, linksein goldener Greif, beide nach auswärts gekehrt. Das Ganzedeckt eine Grafenkrone.
53