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Der Adel des Königreichen Württemberg : neu bearb. ; Wappenbuch mit genealogischen u. historischen Notizen
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Grafen von Bissingen-Nippenburg.

4. Grafen von Bissingen-Nippenburg.

Aus Sachsen kamen Glieder der alten Familievon Bissingen auch nach Oesterreich und Schwaben.Gegen das Emde des dreissigjährigen Kriegs war derkaiserliche Oberst Johann Friedrich von B. Kom-mandant von Rottweil, heiratete 1646 eine Katharinavon Nippenburg (OA. Ludwigsburg) und nahm denBeinamen Nippenburg an. 1647 Reichsfreiherr ge-worden, erhielt derselbe für eine an Oesterreich vor-geschossene Summe die Herrschaft Schramberg, imjetzigen OA. Oberndorf, verpfändet. 1696 kaufte dieseals österreichisches Kunkellehen der Sohn des Ge-nannten, Ferdinand Karl. 1746 wurde die Familiein den Reichsgrafenstand erhoben. Nach einem Fa-

milien vertrag von 1834 bildet die Herrschaft Schram-berg ein Fideikommiss, in welchem der Mannsstammdes gegenwärtigen Besitzers, Grafen Cajetan, undnach dessen Erlöschen der Mannsstamm seines Bru-ders, des 1835 verstorbenen Grafen Ernst zu Orawitzain Ungarn, im Besitz succediren soll. (Stalin, Beschr.des Oberamts Oberndorf. 1868. S. 305 f.) Ein weite-res Familienstatut von 1874 erhob das allodiale Rit-tergut Ramstein, 0x4. Oberndorf, und die bürgerlichenGüter Hohenstein und Neckarburg, OA. Rottweil,gleichfalls zum Fideikommiss-Stammgut. (Regierungs-blatt 1874. Nr. 23.)

Wappenbeschreibn 11 g.

Das Wappen ist zweimal in die Länge und dreimalquergetheilt.

1 in Blau zwei mit den Rücken gegeneinander gekehrte,aufrecht gestellte Arcieren-Cusen (Stammwappen).

2 in Blau ein silberner geöffneter Adlerflug.

3 und 6 in Schwarz auf grünem Dreiberge ein golde-ner, nach einwärts gekehrter Greif, ein entblöstes Schwertin der rechten aufgehobenen Vorderklaue haltend.

4 in Roth ein aus einer Wolke hervorgehender, nachinnen gekehrter geharnischter Arm mit einem Granatapfel.

5 in Roth eine goldene mit zwei Straussenfedern be-steckte Krone.

Den Schild deckt die Grafenkrone mit vier gekröntenHelmen, wovon der erste zwölf aus einem blauen, mit golde-nem Rand umzogenen Schildchen fächerförmig hervorgehenderothe, mit F III bezeichnete Fähnlein mit goldenen Lanzenzeigt. Aus dem zweiten Helme treten drei Straussenfedernhervor, zwei roth, die mittlere weiss. Dem dritten Helmeentsteigt eine blaugekleidete, gekrönte, blondgelockte Jung-frau mit dem silbernen Adlerflug anstatt der Arme, der vierteHelm zeigt den Greif des dritten und sechsten Feldes nachrechts gewendet. Helmdecken sind rechts roth und silbern,links schwarz golden, die Decken des dritten Helmes sindindessen blau und weiss.