Grafen von Berlichingen.
2. Grafen von
In Berlichingen an der Jagst, nahe der ehema-ligen Oisterzienserabtei Schönthal, im jetzigen württem-bergischen Oberamt Künzelsau, stehen die Reste derStammburg dieses zumal durch Goethes unsterblicheDichtung allbekannten Geschlechts. Die urkundlicheGeschichte desselben beginnt mit Engelhard von B.,auf dessen Grund und Boden um 1150 von seinemVerwandten, Wolfram von Bebenburg, das genannteKloster erbaut wurde, fortan durch Jahrhunderte dieletzte Ruhestatt der Berlichingen. Im Anfang des15. Jahrhunderts zweigte eine Linie ab, die sich vonDörzbach und Laibach, weiter oben an der Jagst,nannte und 1660 erloschen ist, und etwas später diesogenannte Bayrische Linie, welche 1635 ausstarb.Der Hauptstamm wählte um 1440 Schloss Jagsthau-sen. eine Stunde unter Berlichingen, zum Hauptsitzund spaltete sich im Beginn des 16. Jahrhunderts,nach den weiteren Erwerbungen Rossach, OberamtKünzelsau, und Hornberg am Neckar, bad. BA. Mos-bach, in die beiden heute noch blühenden Linien:Berlichingen - (Schrozberg-) J agsthausen und Ber-lichingen-(Hornberg-)Rossach. Die Begründer waren:der Schrozberg-Jagsthäuser Linie Hans, f 1553, derHornberg-Rossacher Linie dessen Bruder, der berühmte
Berlichingen.
Götz mit der eisernen Hand, geboren zu Jagsthausen1480, gestorben auf Hornberg 1562. Jedermann kenntdie originelle Selbstbiographie des Letzteren und nochmehr das von unserem grössten Dichter darnach ent-worfene Drama. Aber auch ausser ihm ragen mancheAngehörige der beiden Familien unter ihren Standes-genossen hervor. So Hans Philipp, gestorben 1711,als Kriegsmann in den Türkenkriegen und in denNiederlanden, Johann Friedrich, 1682—1751, JohannFriedrich Alexander, 1715—1789, und Eberhard Maxi-milian, 1718—1785, als Heerführer in österreichischenDiensten, Joseph, 1759—1832, als Staatsmann undDichter. In der Rossacher Linie wurde FriedrichWolfgang Götz (s. die Genealogie) 1859 durch KönigWilhelm von Württemberg für sich und seine Nach-kommen in den Grafenstand erhoben. Ueber denFamilienbesitz s. unten bei den Freiherren. WenigeGeschlechter haben eine so treffliche Hausgeschichte,wie die „Geschichte des Ritters Götz von Berlich-ingen mit der eisernen Hand und seiner Familie. NachUrkunden zusammengestellt und herausgegeben vonFriedr. Wolfg. Götz Graf von Berlichingen-Rossach.Mit 10 lithogr. Tafeln. Leipzig 1861".
Wappenbeschreibmig.
Ein schwarzer Schild, darin ein silbernes Wagenradmit fünf Speichen. Auf dem Schilde der offene gekrönteTurnierhelm mit schwarzsilberner Decke. In seiner Krone
sitzt ein weissgrauer Wolt, der, nach rechts gewendet, inseinem Rachen ein Lamm hält. Ueber dem Schilde wird auchdie Grafenkrone geführt.
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