Grafen von Stadion-Stadion-Thannhausen.
10. Grafen von Stadion-Stadion-Thannhausen.
Dei Zusammenhang zwischen den Familien,welche sich von Stadion in Graubünden und vonStadion im jetzigen württembergischen Oberamt Ehin-gen nannten, ist nicht ganz aufgeklärt. Die Grau-bündischen Stadion sollen sich an die Habsburgerangeschlossen, hiedurch ihre Güter verloren haben undvon Oesterreich dafür in Schwaben entschädigt wor-den sein. Jedenfalls trug ein Dominus de Stadegenim Beginn des 14. Jahrhunderts die Burglmt auf demBussen zu Lehen und erwarb um dieselbe Zeit einKonrad von St. einen Theil von Oberstadion im jetzi-gen württembergischen Oberamt Ehingen. Im 15.Jahrhundert entstand eine elsässische und eine schwä-bische Linie. In letzterer ragt hervor Christoph vonStadion, 1478—1543, Bischof von Augsburg, Freunddes Humanismus, der Reformation gegenüber ge-mässigt versöhnlich. Diese schwäbische Linie starb1693 aus. In der elsässischen zeichneten sich aus:Johann Kaspar, 1567—1641, Hoch- und Deutsch-meister, österreichischer Kriegspräsident etc. und Jo-hann Philipp, 1652—1741, Kurmainzischer Geheimrathund Kanzler. Letzterer wurde von Leopold I. 1686
zum Freiherrn, 1705 zum Reichsgrafen erhoben. SeineSöhne gründeten die beiden Linien, in welche dieFamilie sich noch theilt: die Friedericianische oderStadion-Thannhausen (in Bayrisch-Schwaben) und diePhilippinische oder Stadion-Warthausen (württ. Ober-amt Biberach). Die Herrschaft Warthausen, durchwelche die Philippinische Linie die erbliche Mitglied-schaft der württembergischen Kammer der Standes-herren besass, gieng 1827 in das Eigenthum desStaats über. (Vergl. über die Stadion in WarthausenOfterdinger, Wielands Leben und Wirken in Schwa-ben etc. 1877. S. 162—178.)
Die Friedericianische oder Thannhauser Linie,welche dem österreichischen Staat eine Reihe bedeu-tender Staatsmänner stellte (Friedrich Lothar 1761bis 1811; Johann Philipp Karl Joseph 1763—1824;Franz Seraph 1806—1853) besitzt in Württemberg:Alberweiler, OA. Biberacli; Emerkingen, IJunder-singen, Moosbeuren, Mundeldingen, Ober-und Unter-Stadion, sämmtlich im OA. Ehingen (Memminger, Be-schreibung des Oberamts Ebingen. 1826. S. 182 f.).
I
Wappenbeschreibung.
Das Wappen ist quadrit mit einem Mittelschild.1 und 4 in Schwarz, 3 goldene Tannenzapfen wegenThannhausen. 2 und 3 in Silber ein rothes Kreuz.
Das schwarze Mittelschild zeigt drei übereinander ge-stellte gestürzte goldene Wolfsangeln (Stammwappen).
Auf dem Schilde stehen drei Helme. Der mittlere un-gekrönte, rechts mit rothsilberner, links mit schwarzgoldener
Decke versehene Helm, ist mit einem schwarzen, golddurch-wirkten und goldenen Quasten versehenen Kissen belegt, aufdem die goldene mit drei Pfauenfedern besteckte Wolfsangelruht. Der rechte gekrönte Helm mit rothsilberner Decketrägt den goldenen Tannenzapfen und der linke gekrönteHelm mit schwarzgoldener Decke einen schwarzen, nachrechts gestellten Adlerflug.
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