Grafen von Rechberg-Rothenlöwen.
7. Grafen von Rechberg und Rothenlöwen.
Die Herren von Rechberg, welche jetzt alsGrafen im Besitze ihrer, leider 1865 durch einen Blitz-stialil zerstörten, Stammburg im Oberamt Gmünd undansehnlicher Güter in Württemberg und Bayern fort-blühen, hatten ihren Stammsitz nur eine Stunde nord-östlich von dem der Hohenstaufen, deren Hofmar-schälle sie wurden. Gleich die ältesten bekanntenAhnen ragen unter ihren Zeitgenossen hervor: Ulrichwar seit 1179 unter Kaiser Rothbarts regelmässigenBegleitern; Siegfried, Bischof von Augsburg galt vielbei Kaiser Friedrich II. und starb auf einem Kreuz-zug in Italien 1227 (Stälin, Wirtemb. Gesch. 2, 606 ff.).Die äusserst zahlreiche Familie gieng frühe in vieleLinien auseinander, so dass Kaiser Karl V. zu Hansvon Rechberg, dem Reichen (f um 1530) sagen konnte:er habe gehört, dass vor Jahren sechzig Rechbergezugleich Harnasch getragen hätten. Jedenfalls hatdie 1607 zur Grafenwürde erhobene Familie, welcheausgedehnte Güter in ganz Schwaben, auch zwischenHier und Lech, wie im Innern von Bayern besass,
auf allen Gebieten tüchtige Männer geliefert, undnamentlich haben ihre Angehörigen gekämpft undgeblutet auf den verschiedensten Schlachtfeldern, beiSempach 1386, wie bei Marignano 1515, im dreissig-jährigen Krieg wie gegen die Türken an der Donauund in Algier. Auch in der Diplomatie haben sichRechberge hervorgetlian von Konrad an, welcher Ge-sandter Kaiser Ludwigs des Baiern an den Pabst1335 war, und von dem ersten Grafen Wolf Konrad,der von Kaisern und Fürsten zu Missionen verwen-det wurde, bis in unsere Tage. Unter den R., welchein der Kirche zu hohen Stellungen gelangten, glänztAlbrecht, Bischof von Eichstädt, f 1445. (IL Bauer,Beschr. des Oberamts Gmünd. 1870. S. 141 ff.)
Die in Württemberg gelegenen Rittergüter derFamilie sind: Rechberg, Reichenbach, Strassdorf, Win-zingen im Oberamt Gmünd ; Gross-Eislingen und Otten-bach im Oberamt Göppingen; Böhmenkirch, Donzdorf,Klein-Süssen, Nenningen, Schnittlingen, Treffelhausen,Weissenstein im Oberamt Geislingen.
Wappenbesclireibung.
Im goldenen Schilde stehen zwei aufgerichtete, von ein-ander gekehrte Löwen, deren aufwärts geschlagene Schwänzedreimal um einander geschlungen sind; auf dem Helm Brustund Kopf eines Rehbocks (nach Siegelabdrücken eines Hirsches).
Bei der Erhebung zur Grafenwürde, 1607 und 1626,vermehrte der Kaiser auch das Wappen durch zwei weitereHelme :
1. mit einem gekrönten Löwen,
2. mit Büffelhörnern und hinter denselben zwei Banner,wovon das erste mit drei rothen Löwen, das zweitemit den Jochen von Illeraichen versehen.
Heutzutage führen die Herren „Grafen v. Rechberg undKothenlöwen, Freiherrn v. Hohenrechberg" einfach das uralteFamilienwappen mit zwei Löwen als Schildhaltern.
m
37