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Der Adel des Königreichen Württemberg : neu bearb. ; Wappenbuch mit genealogischen u. historischen Notizen
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Fürsten von Waldburg.

VII. Fürsten

Die Familie der Herren von Tanne, Waldburgund Winterstetten erscheint seit dem Ende des zwölftenJahrhunderts im Besitz des Reichs-Schenkenamts undder Reichs-Truchsessenwürde. Noch ragt die VesfeWaldburg südöstlich von Ravensburg auf weitum-schauender Höhe, während in Altthann (OA. Ravens-burg) und Winterstetten (OA. Waldsee) nur noch wenigeSpuren das Dasein ehemaliger Burgen verkündigen.(Stalin Wirtemb. Gesch. 2, 610 ff.). Die Schenken

Wappenbes

Ein gevierter Schild mit einem Sehildeshaupt und Mittel-schild. Dieser mit einem Fürstenhut gekrönte Mittelschildist blau und enthält drei goldene Tannenzapfen zwei, eins das rothe Schildeshaupt mit dem goldenen Reichsapfel,in des Hauptschildes erstem und letztem goldenen Quartiererscheinen drei schwarze übereinander gehende Löwen ein-wärts gekehrt, im zweiten blauen eine goldene Sonne übereinem dreifachen fchwarzen Hügel schwebend, im drittensilbernen aber mit blauer EinfalTung ein schwarzer Adler;auf dem Schildruhen fünf offene, blau angelaufene und rothgefütterte mit goldenem Gitter und Halskleinodien geschmückteTurnierhelme, auf dem mittleren dieser Helme mit roth undgoldener Decke liegt ein mit goldenen Quasten geziertes rothesKissen, und auf diesem der goldene Reichsapfel; den nächstenzur Rechten, dessen Decke blau und golden ist, bedeckt einFürstenhut, hinter welchem eine grüne Tanne mit goldenenZapfen erscheint; auf der nächsten zur Linken mit schwarzund goldener Decke liegt ein mit einem Pfauenschweife be-stecktes ebenfalls rothes und mit goldenen Quasten geziertesKissen; auf dem äussersten zur Rechten mit blau und goldenerDecke nebst goldener Krone befinden sich zwei ausgebreiteteblaue Adlerflügel, auf deren jedem eine goldene Sonne er-scheint; auf dem äussersten zur Linken endlich, ebenfalls mitgoldener Krone und schwarzer und silberner Decke,* einschwarzer Adler.

Schildhalter sind zur Rechten ein schwarzer Greif mitgoldenem Schnabel und goldenen Klauen, zur Linken abereine Jungfrau mit goldenem Haarzopfe, weisser Halskrauseund langem silbernem goldgebrämten Kleide, beide eine goldeneLanze mit einem Fähnchen haltend, wovon das zur Rechtenblau mit drei goldenen Tannenzapfen gleich dem Mittelschildebelegt, das zur Linken aber von Roth und Gold quer getheiltist, mit dem goldenen Reichsapfel im Rothen und drei über-einander gehenden schwarzen Löwen im Golde; das ganzeWappen endlich steht unter dem rothen mit Hermelin ge-fütterten Fürstenmantel, auf welchem der gewöhnliche Fürsten-hut ruht.

in Waldburg.

von Schmalneck - Winterstetten sind seit 1628 nachHannover verpflanzt; dagegen blühen die ehemaligenReichstruchsesse von Waldburg in Württemberg indrei fürstlichen Linien. Am 21. März 1803 wurdennemlieh die Grafen von Waldburg-Wolfegg-Waldsee,von Waldburg-Zeil-Trauchburg und von Waldburg-Zeil-Wuizach in den Reichsfürstenstand erhoben. Derjeweilige Senior, d. h. der älteste der drei Fürsten,ist Reiehs-Erb-Oberhofmeistev der Krone Württemberg.

c Ii r e i b u n g.

Der mit dem Fürstenhut gekrönte blaue Mittelschildmit den drei goldenen Tannenzapfen ist das ursprünglicheWappen der Herren von Thann-Waldburg (siehe oben), dieim ersten und letzten goldenen Quartier übereinander gehenden3 schwarzen Löwen haben die Truchsessen von den Hohen-stanfischen Kaisern und Herzogen in Schwaben, jedenfallsschon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, erhalten, undzwar wurde ihnen die Befugnis zur Führung des genanntenWappens ohne Zweifel zunächst in der Eigenschaft als herzog-liche beziehungsweise kaiserliche Ministerialen (Landvögte etc.)verliehen.

Die Sage datirt die Führung des HohenstaufischenWappens auf das Jahr 1268 herab, beziehungsweise auf dieUebergabe von Ring und Handschuh Seitens des unglücklichenKonradin von Schwaben an den Truchsessen Heinrich vonWaldburg.

Die goldene Sonne über dem dreifachen schwarzenHügel im zweiten blauen Quartier rührt von dem Besitze der1463 erkauften Grafschaft Sonnenberg, und der schwarzeAdler im silbernen blau eingefassten Quartier stammt von derlängere Zeit im Besitze der Truchsessen gewesenen Pfänd-schaft der Landvogtei in Ober- und Niederschwaben.

Das Schildhaupt mit dem Reichsapfel wurde bei derErhebung der Reichs-Erb-Truchsessen in den Grafenstandvon Kaiser Ferdinand II. dem Waldburg'schen Wappen bei-gefügt (1628).

Das Wappen wurde nachmals noch durch zwei weitereFelder aus dem österreichischen Wappen vergrössert, vondenen das eine einen halben weissen Adler im rothen undeinen halben rothen Adler im weissen Felde, das andere einevierfache rothe und weisse Binde führt.

Dieser Zusatz, welcher auf einer besonderen VerleihungKaiser Ferdinands II. an den Reichs-Erb-Truchsessen GrafenJohann Jacob I. zu Zeil und seine Nachkommen beruht, istim Fürstendiplom von 1803 weggelassen.