Druckschrift 
3 (1854) A - Z
Entstehung
Seite
372
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GRAFEN SIZZO V. NORIS.

schwarzer Anker. 1 und 4 in Golil ein rechtssehender, ausgebreiteter, schwarzer Adler,und 2 und 3 in Blau auf grüner, wellenschlagenden Fluth ein Buot mit weissen Segeln,in welchem zwei nackte, die Hände sich gehende Knaben stellen. Den Schild bedecktdie Grafenkrone. Auf derselben steht ein gekrönter Helm, aus welchem der Adlerdes 1. und 4. Feldes hervorbricht. Die Helmdeckcn sind rechts schwarz und sil-bern, links blau und silbern. Nach dem Geneal. Taschenbuch der gräfi. Häuser(1854. S. 624) sitzen im 2. und 3. Felde die beiden Knaben und umarmen sich.

Die Grafen Sizzo v. Noris stammen nach dem Gen. Taschen!), dergräl l. Häuser (1849. S. 624) aus einem altadeligen florentinischen Ge-schlechte, aus welchem Glieder in alten Urkunden von 110t) als Nobilesvorkommen sollen, und das genannte Werk beruft sich auf Dante Alighieri(La divina Commedia; Paradiso, Canto XVI), Macchiavelli (Storie Fiorentine,Libro II.) und Pompeo Gavalierc Litta famiglie celebri italiani Medici di Fi-renze, Fascicolo XV1L, parte I.). Dante erwähnt a. a.O.v. 108 das floren-tinische Geschlecht Sizi, und die betreffende Stelle lautet nach der neuenmetrischen Uebertragung von Philalethcs (Bd. III. Dresden und Leipzig,1849. S. 220):und zu den curul'schcn Sitzen zog man die Sizi schonund Arrigucci." Es möge gestattet sein, aus der diese Stelle erläuterndenNote 31 Folgendes anzuführen:Die. Sizi und Arrigucci, zwei adelige Ge-schlechter aus dem Quartiere des Domes, gehörten beide der guelphischcnPartei an und wanderten mit ihr nach der Schlacht von Monlaperli aus.Obgleich die älteren Commentatoren sie als erloschen bezeichnen, so findenwir doch den Namen der Arrigucci unter den Geschlechtern, die der Parteider Weissen folgten." Hieran reihen sich weitere Angaben filier die ge-nannten beiden Familien, und es wird angeführt, dass liambarone Sizi 1190und Nerlo Sizi 1203 in Florenz die Consulwürde bekleidet haben.Die Sizihalten übrigens das Palronat über die uralte' Kirche S. Tommaso am Mer-calo vecchio. Mit den Medici scheinen sie früh in Verbindung gewesen zusein; sie besassen mit ihnen gemeinschaftlich einen Thurm am Mercatovecchio neben S. Tommaso, und überUesen ihnen im Jahre 1311 zuerst dieHälfte, dann im Jahre der grossen Pest (1348), wo nur einer von ihremGeschlechte übrig blieb, auch den anderen Theil des Patronats jener Kirche." Macchiavelli (Opere di Niccolii Macchiavelli. Volume Primo. Ilalia. 1813.p. 68) führt einfach das Geschlecht Sizi unter den Familien auf, welche aufSeilen der Guelphen standen. Eine Einsicht in Lilla's Werk war leider nichtzu ermöglichen, und Näheres Uber den vom Gen. Taschenl>. d. gräll. Häuserangenommenen Zusammenhang der alten Familie Sizi mit den jetzigen Gra-fen Sizzo v. Noris nicht aufzufinden.

Der Grafenstand ist im Jahre 1774 in die Familie gekommen, unddem jetzigen Haupte des gräflichen Hauses vom Kaiser Ferdinand I. vonOesterreich 20. Juli 1844 bestätigt worden.

Der jetzige Bestand der gräflichen Familie ist folgender:

JOSEPH Graf Sizzo v. Noris, geb. 21. März 1805, Herr v. Castell-Ossana, Landstand in Tirol und Trienliner Patrizier, verm. 4. Mai 1831 mitElisabeth Gräfin Settala de Capitani di Seltala, des Aloys Grafen Settala etc.,Herrn v. Sardigliano, Mailändischen Patriziers, k. k. wirkl. Geh. Kalbs undKämmerers, Gross-Würdenträgers und Gross-Ceremonien-Meisters im Lom-bardisch-Venelianischen Königreiche, Tochter. Aus dieser Elm sind zwei