294
UIIAFEN PÄLFFY V. EHDÖD.
hinter welchem das Rad hervorkommt, fehlt ganz. Die Hclmdccken sind rollt undsilbern.
Das sehr alte, hochangesehene, berühmte Haus Pälffy stammt von denHerren und Grafen v. Allenhurg her. Conrad v. Ältenburg kam, wie Einigeannehmen, 1028 als Abgesandter des Kaisers Conrad II. nach Ungarn undliess sich in diesem Lande nieder. Lehotzky, welcher die Familia Palfiana(Pars I. Pro speeimine; p. 81—96) sehr genau besprochen hat, giehl an,dass Bela (I. 60) den Ursprung der Familie von Conrad v. Altenburg, wel-cher Bolth (deutsch : Bote) genannt worden sei, abgeleitet habe, und setzthinzu, dass nach Thurotz (p. 140) Conrad v. Altenburg unter dem KönigSalomo (gekrönt 1065, also zu einer Zeil, wo nicht Conrad IL, sondernHeinrich IV., 1056— 1105, Kaiser war) als Botschafter zu dem KaiserConrad gesendet worden sei (,,sul> Salomone R. nunlius fuit ad ConradumImp.") Szegedi dagegen (Ruhr. Dec. p. 273) leitet das Geschlecht von He-derich Grafen v. Homburg ah, welcher mit seinem Bruder, Volfger, nachUngarn gekommen sei. Sagen wir: der Ursprung dieser sehr allen Familieliegt im Dunkel der Vorzeit! Nicht uninteressant ist übrigens die Ver-schmelzung der Angaben des Bela und des Szegedi, welche sich deutscheGenealogen erlaubt haben. So sagt z. B. nach älteren Schriftstellern Jacobi(II. S. 285), dessen Verdienste übrigens sehr dankbar anzuerkennen sind:„die Grafen Pälffy v. Erdöd stammen von den alten Grafen v. Humburg undAltenburg ab", und noch in neuerer Zeil hat das Gothaische Gen. Taschenh.(1836, S. ISO u. 181) angegeben: „das Haus Pälffy leitet seine Abstammungvon den Herren und Grafen v. Altenburg und Hochburg her." Die Nach-kommen des obengenannten Conrad v. Allenhurg nannten sich nach ihren Be-sitzungen, namentlich nach der Herrschaft Ilerdervari (Iledervari). Der Sohndes Paul Conth v . Ilerdervari, welcher ebenfalls Paul hiess, wurde ge-wöhnlich Pauls Sohn, Pälffy, genannt und dieser Name wurde Geschlechts-name. Paul III. Pälffy v. Dereszika nahm, nach Vermählung mit Clara Erdödv. Csorna, Erblochter ihres Hauses, Namen und Wappen der Familie Erdödan, und der Enkel desselben, Nicolaus IL, Freiherr Pälffy v. Erdöd, gest.1600, erhielt vom Kaiser Rudolph II. 1587 die Pressburger Güter, mit demSchlosse, so wie die Güler und Schlösser zu St. Georgen und Pösing mitdem Titel eines Erbgrafen, wurde auch 1598 dem österreichischen Land-stand einverleibt. Die Söhne des Letzteren, von welchen Stephan II. denStamm dauernd fortsetzte, wurden vom Kaiser Rudolph II. 1600 in denReichsgrafensland erhoben. — Der gemeinschaftliche Stammvater der jetztnoch blühenden Linien ist Stephans IL Sohn, Nicolaus (III.), gest. 1679.Von den Söhnen desselben gründete der ältere, Nicolaus (IV.), gest. 1732,die Nicolaische oder ältere Linie, und der jüngere, Johann , gest.24. März 1751, Palatinus von Ungarn, die Johannische oder jüngereLinie. Die Nicolaische Linie Iheilte sich durch drei Sühne Leopolds , gest.27. März 1720, in drei Zweige: in den älteren, jetzt fürstlichenZweig, gestiftet von Nic.oi.aus , gest. 6. Febr. 1773, k. k. w. Geh. Rath,Oberst-Hofcanzler und Oberst-Hofrichter von Ungarn, den mittleren,gegründet von Leopold , gest. 9. April 1773, k. k. Rath, Feldmarschall undcommandirenden General in Ungarn, und in den jüngeren, gestiftet von