GRAFEN ZU ORSAY (GRIMAUD Ll'ORSAY).
goldenen Slcrnc beseitet ist. Den Schild bedeckt die Grafenkrone, und aur der-selben stehen vier gekrönte Helme. Der rechte Helm trägt zwei Lorbeerzweige,zwischen welchen ein goldener Stern schwebt, der zweite den Reichsadler des1. Feldes, der dritte einen Herzogshut, und der linke einen cinwärtssehcndert, sil-bernen Pfau, dessen ausgebreitete Flügel mit einem rothen Querbalken belegt sind.Die Helmdecken sind rechts blau und golden, links roth und silbern. Diese Be-schreibung stimmt mit dem Wappenbuche der österr. Monarchie (V. 39). — Deroben erwähnte Herzschild enthält das Stammwäp'pen des Hauses Grimaud d'Orsay,nur nehmen neuere französische Schriftsteller an , dass der Querbalken nicht gol-den, sondern silbern sei. Daher beschreibt auch Borel d'Hauterive (Annuaire de laNoblesse de France, 1S53. Dixieme Annee, p. 256) das Wappen, wie folgt: Armes:d'azur, ä la fasce d'argent, accompagnee en chef d'un croissant du möme, accoslcede deux eloiles d'or, et en pointc d'une carpe d'argent, nageant sur une riviere dumßme. Nach einer so richtigen Beschreibung des Wappens ist es nicht zu be-greifen, wie der genannte Schriftsteller sich durch die irrige, neuerlich aber nichtbeibehaltene Angabc des Gen. Taschcnb. d. gräfl. Häuser, dass die Familie in Blaudrei goldene Kamcelköpfe führe, so täuschen lassen konnte, dass derselbe hinzu-setzte: ,,l,a hranche allemande porte: d'azur, ä trois tdtes de chameau d'or." —Lackabdrücke von Petschaften aus der Familie weichen übrigens von der gegebenenAbbildung und Beschreibung mehrfach ab. So zeigt z. B. das Petschaft der Ge-mahlin des unten angeführten Grafen Peter Maria Caspar, der Maria Anna Elisa-beth .losepha Prinzessin v. Hohenlohe-Bartenstein, nur das Staminwappen mit gol-denem Querbalken als Mittelschild ohne das oben angeführte blau-goldene Gitter.Der Schild ist vierfeldrig, doch nimmt das 2. Feld nicht die Hälfte, sondern nur dasViertel der oberen Schildeshälfte ein. Feld 1 und 4 sind schwarz mit goldenemSchildeshaupt, ohne Bild, 2 in Silber auf grünem Boden ein grünender Baum, und3 in Silber ein rother Querbalken.
Hie Grafen zu Orsay stammen ans dem allen, sehr angesehenen fran-zösischen Adelsgeschlechle de Grimaud, welches früher auch Grimod ge-schrieben wurde. Der Ursprung desselben scheint auch französischen Ge-neologen im Dunkel der Vorzeit zu liegen, denn der neueste Schriftstellerüber den französischen Adel, M. llorel d'Hauterive, fängt (a. o. a. 0. S. 253Jdie Millhcilüngen über die Familie Grimaud d'Orsay mit folgenden Wortenan: „Sans pretendre conslater l'origine ni suivre la filialion de la famille deGrimaud d'Orsay, il suffit de rappeler la position de ses membres acluels etles alliances de ses precedenles gendrations pour signaler celte maisonparmi Celles dont s'honorent la France et 1'AlIemagne, l'une si fiere de sesdroits, l'autre si jalouse de ses Souvenirs", und beginnt die genealogischenAngaben mit Pierre Gaspard Marie de Grimaud, comte d'Orsay, dem Sohnedes Pierre de Grimod d'Orsay. Damit ist für deutsche Genealogen weniggewonnen. — Die den letzteren bekannte, unten erwähnte Ahnentafel er-giebt, dass Peter de Grimaud in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundertszuerst als Comic d'Orsay (Name einer Besitzung hei Paris) vorkommt. Andiesen Titel reihte sich später das Prädicat: Baron de Rupl et Poyans an.Das Schloss Rupt, sehr bekannt durch seine Schlossherren und durch Sagenaus dem Mittelalter, liegt in Franche Comte, wie bekannt einer der öst-lichen Provinzen Frankreichs, und wurde in der Revolutionszeit 1789 zer-stört. lieber Poyans ist Näheres nicht aufzufinden.
Die in der deutschen genealogischen Literatur näher bekannte Ahnen-tafel der Familie ergiebt folgende Glieder: Johann Baptista de Grimaud,Herr v. Monlgelas; Gemahlin: Angelica de Valons. — Anton de Grimaud,Herr v. Montgelas und Beauregard, gest. 1724; Gemahlin: Margaretha de