GRAFEN V. OBERG.
goldenen Schaft trägt, an welchen an jeder Seile eine schwarze Wecke stösst.Die Helmdecken sind golden und selnvarz, und den Schild Indien zwei auswärts-sehende, goldene Löwen. Wie angegeben, gicht dieses Wappen das Wappenbuchdes Königreichs Hannover und des llerzoglhums Braunschweig |A. III, und mitdieser Angahe stimmt das Gen. Taschenh. d. gl all. Häuser (1854. S. 543 u. 937); dochsagt dasselbe, dass der Schaft des l'fauenwedcls auf dem Helme von dem schwar-zen Wecken „begleitet" werde: eine Bestimmung, welche heraldisch ein Anstosscnder Wecken an den Schaft nicht voraussetzt. — Nach v. Mcding (II. 401) zeigtdas Geschlechtswappcn im goldenen Schilde zwei schwärze Wecken, oder länglicheBauten, und auf dem Helme stehen über einem Wulste neben einander drei Bläuen-federn, welche mit den zwei Wecken belegt sind. So gicht auch Siebmacher (1.179)das Wappen. Auf Betschaften hat v. Mcding eine Säule mit Bfauenfedern bestecktund von den Wecken beseitet, sowie auf einem Stammbaume, anstatt dreier, vierBrauenfedern gefunden. In Grupcns Hannöv. Alterthiimern (S. 126) zeigt das Sie-gel des Hildemari de Oberghe, militis, drei durchbohrte Raulen, zwei Siegel vomJahre 1323 ergeben aber nach Harenberg (Hislor. eccles. Gandersheim. Tab. 33,No. 5 und 6) im Schilde die zwei Wecken.
Eilte der ältesten und angesehensten niedersäehsischen Familien,welche jetzt zu dem landsässigen Adel des Königreichs Hannover und desHerzogtums Braunschweig gehört und die Güter Oberg, welches alStammhaus angenommen wird, und Schwicheldt im Hildesheimschen, Dra-kenburg im Hoyaischen, Stederdorf im Lüneburgischen etc. besitzt. Dieordentliche Stammreihe des Geschlechts wird von ßchr mit Eilhard v.Obergbegonnen, welcher 1 103 in den Rilter-llausischen Urkunden als Zeuge vor-kommt Ilildemams de Oberghe, miles, erscheint urkundlich 1190, undJohann und Borchard führten schon 1323 das jetzige Wappen der Fa-milie. — Johann oder Jan v. Oberg widerrielh 1435 dem Bischof v. Ilil-
desheim und seinen Verbündelen den Krieg gegen Magdcburnicht gehört und kämpfte so als Oberst des Bischofs in diesem Kriege, indessen Mitte derselbe den Frieden zu Wege bringen half. Der Enkel Jo-hanns, Wullbrand, starb 1523 als Dompropst zu Osnabrück. Um dieselbeZeil lebte Friedrich v. Oberg, welcher die Festung Peina zweimal gegendie Herzoge von Braunschweig auf das Aeusserste verlheidigte. Burchardv. Oberg, gest. 1573, wurde 1557 zum 51. Bischof von llildesheim ge-wählt. Jobst Aswin v. Oberg war 1(190 braunsChweigischer Oberst, undvon dem Bruder desselben, Sigismund Julius, stammten vier Söhne: llerr-niann Otto, Christoph Ludwig, Ernst Wilhelm und Hilmar. Bodo v. Obergwar 1710 kurbraunschweig. Geh.- und Kammer-Rath etc. — Was die inSchlesien nach Lncae vorgekommenen Freiherren v. Oberg anlangt, vonwelchen namentlich Balthasar Heinrich, gest. 1654, zuerst Oberamts-Canz-ler zu Breslau, später Landeshauptmann im Fürslenlhume Breslau, anlangt,so giebt Sinapius (Scliles. Curios. I. 677) an, dass die v. Oberg in Schlesienaus dem niedersäehsischen Geschlechtc v. Oberg stammten, aus welchemsich Glieder nach Schlesien gewendet hätten, denen wegen treuer „Sig-nalisiriuig" bei den böhmischen Unruhen das Wappen verändert wordenwäre. Dem zu Folge habe die schlesische Linie geführt: einen dreimalquergetheilteii Schild, in dessen oberem, oder erstem schwarzen Felde eingoldener, im zweiten rollten ein silbern gekrönter, und im dritten goldenenein schwarzer Löwe erscheine. Auf dem gekrönten Helme mit schwarz-goldenen Decken ständen zwei Adlersflügel, jeder mit einem goldenen Rai-