grafen r15lziu v. kreutz.
drei schrägrechte, neben einander Uulhende Ströme, und vor diesen ein nach derlinken Seite streitender silberner Löwe. Den Hauptschild bedeckt eine Gral'en-krone, und auf dieser erheben sich drei mit Grafenkronen gekrönte Helme. Derrechte Helm tragt eine nach rechts wehende goldene, mit einem schwarzen Kreuzeüberzogene Fahne, der mittlere den Löwen des 6. Feldes aufwachsend und rechls-sehend, und der linke eine nach links fliegende silberne, mit einem schwarzenPfahl bezeichnete Fahne. Den Schild halten zwei" auswärtssehende Löwen, unddie Devise ist: Sanguine Et Virtute.
Die Grafen v. Kreutz stammen aus dem sehr alten sächsischen Ritler-geschlechte v. Ilelzig (Böllzig) ab, welches sich später im Anhaltschen undBraunschwcigschen, in Preussen etc. verbreitet hat, und im rothen Wap-penschilde einen sclirägrechts aufwärts durch den Schild fliegenden silber-nen Fisch mit goldenen Flügeln, auf dem Hehn aber eine rothe ungarischeMütze mit silbernem Ueberschlag (wie man sagt, zum Andenken, dass Glie-der dieser Familie mit in der Tartarenschlachl hei Liegnilz waren) führt. —Ritter Heinrich v. Beizig, dessen Burg gleichen Namens bei Meissen big, zogmit Kaiser Friedrich f. Barbarossa zum Kampfe nach dem heiligen Grabe,kehrte glücklich zurück, und das bedeutungsvolle Zeichen, welches ihn zumKreuzherrn gemacht, gab seinem Stamme den Namen: Kreuz (Creutz,Kreytzen). Jahrhunderte, lang blühte das Geschlecht in Sachsen, Schweden,Preussen und Polen, stand in hohem Ansehen, und Glieder aus demselbenbekleideten hohe Slaatsämter und zeichneten sich im Felde aus. Das Wap-pen, mit dem der Familie v. Zeschau übereinstimmend, war immer inSilber ein schwarzer Pfahl, und auf dem Helm ruhte ein schwarz und sil-bern aligetheilter Busch oder Bund, welcher mit einer schwarzen Scheibebedeckt war. Aus dieser Scheibe wuchsen drei rothe Röhren empor, welcherings herum mit silbernen Blättern in Form eines Kranzes umgeben waren,und jede Röhre war oben mit einem Busche von fünf kleinen schwarzenHahnenfedern besteckt. In Sachsen ist, wie man gewöhnlich annimmt, dieFamilie mit dem als Dichter unter dem Namen der deutsche „Young" be-kannten Friedrich Carl Freiherrn v. Kreuz, dessen Vater vom Kaiser Carl VI.in den Reichsfreiherrensland erhoben worden war, 1770 ausgestorben, inSchweden aber blüht das Geschlecht noch in den Baronen v. Sarflax undCassaritz und in den Grafen zu Ilaefwero. — Melchior v. Kreyczen trat mitdem Herzog Friedrich von Sachsen in den deutschen Orden und wurdevon Letzterem, als Hochmeister, mit dem Gebiete und der Stadt Domnau inOslpreusscn belehnt. Albrecht, erster Herzog von Preussen, ernannte densel-ben zum Oberhofmeister und bestätigte ihm die Majorate Silginen und Pe-sten , und König Sigismund I. in Polen fügte das Gut Nossowicze mit dempolnischen ludigcnal hinzu. Die Söhne desselben, Johann und Christoph,waren zu ihrer Zeil sehr berühmt. Johann war Canzler von Preussen,erbte Silginen und Pesten, und die Nachkommenschaft desselben ist erst1816 ausgestorben, Christoph aber, Oberburggraf von Preussen, Gesandterdes Königs Sigismund II. August am kaiserlichen Ilofe, erhielt vom KaiserMaximilian II. 4. Mai 1572 für sich und seine älteste Descendenz den Reichs-grafenstand. Durch vier Enkel desselben theille sich die Domnauer Linie indie Häuser Frohburg, Wesselienen, Domnau und Gapsitten.Aus dem Hause Wesselienen, welches schon 1688 ausstarb, gingen Wil-