GliilJEN V. KLENAU. 197
Grafen v. Klenau. (Weiblicher Stamm.)
Sctlljclifd). ©eflnrrad).
"Wappen: im rothen Schilde ein von Blau und Silber in drei Reihen,jede zu sechs, wohl auch sieben Feldern, geschachter Querbalken, und in demunteren Tbeile des Schildes ein schwebendes, rothesHerz. Ucber der Grafenkrone,welche auf dem Schilde ruht, erhebt sieb ein gekrönter Helm, welcher einen offe-nen, rothen Adlersflug tragt, dessen Flügel mit dem geschachten Querbalken desSchildes belegt sind. Zwischen den Flügeln stehen unter einander die drei golde-nen Buchstaben F. M. Ii Die Helmdecken sind roth und silbern. — Das Geneal.Taschenbuch der grüfl. Häuser (1848. S. 352) giebt das rotbe Herz in dem unterenTbeile des Schildes nicht an, welches andere Abbildungen dieses Wappens zeigen,wenn auch das doppelte Roth dem Hcraldiket"auffallen muss. In den Supplemen-ten zu Siebinachers Wappenbuche (VI. 4) ist ebenfalls dieses Herz angegeben.Der geschachte Querbalken, welcher die auf dem Helme stehenden Flügel belegt,ergiebt hier auf dem rechten Flügel in jeder der drei Reiben nur vier, auf dem" linken aber fünf Felder. Der geschnellte Querbalken belegt übrigens nur dieSacli-sen der Flügel und lässt die grossen Federn oder Schwingen frei.
Eins der ältesten böhmischen Ilerrengeschlechter, dessen Ursprung,wie der der meisten allböhmischen Familien, sich im Dunkel der Vorzeitverliert. Der ursprüngliche Name war Przibik, mit dem Zunamen v. Klo-nowa, einem Schlosse im Klattauer Kreise in Böhmen. Um 1500 verdrängtedieser Zuname den eigentlichen Familiennamen. Ein Przibik v. Klenowa,Feldherr im kais. Heere, vertheidigte 1434 Pilsen gegen die von Ziska selbstangeführten Hussiten und entsetzte die schwer gedrängte Stadl, welchedurch Hunger fast sch'on zur Uebergabe ger.öthigt war. 1436 besiegte der-selbe hei Collin die Taboriten und verlrat Böhmen 14 37 auf dem Goncil zufk Basel als Abgeordneter auf das Kräftigste. Johanlt v. Klenowa, Herr auf
Zukow, Zilin, Ncuschloss und Brzezina, Oberst-Beichsschrciber des König-reichs Böhmen, erbte 1601 von einer ausgestorbenen Seitenlinie, welcheden Beinamen v. Jannowitz führte, das erbliche Burggrafenamt zu Karlstein,und trug kraft dieser Würde der Kaiserin Anna, Wiltwe des Kaisers Mat-thias, 1616 bei der Krönung zur Königin von Böhmen, das goldene Scepter