GRAFEN V. KRDÖIiY.
Mittelschilde ein halbes silbernes Rad, ans welchem ein goldener Hirsch hervor-springt. Ras rollte Feld ist (s. auch unten die Grafen l'allfy v. Erdöd) wohl einIrrthum: über die Farbe des Hades lasst sich streiten. Nach demselben Taschen-buche sollen im 2. und 3. Felde in Blau sich zwei silberne Querbalken finden,welche in der Milte von zwei goldenen Sternen, oben und unten aber von einemdergleichen begleitet sein sollen. So viele Abdrücke dieses Wappens auch derRedaction bekannt sind, so ist derselben noch nie ein Abdruck vorgekommen,welcher auch die Sterne oben und unten gezeigt hätte, immer schwebten nur zwi-schen den Balken zwei Sterne. — »Das Wappenbild des Hirsches hat, wie Lehotzkyangiebt, die Familie nach Kcrchelicb von dem Schlosse Jelen im Kreuzer Comilatangenommen. Bestaligungsurkunden des Wappens von 1580 für Thomas und PeterErdüdy erklären das Wappen so, dass der Hirsch, welcher unter allen Thicren amlängsten lebe, einen steten, glücklichen Erfolg heldenmiithigcr Thülen und Mässi-gnng der Begierde bezeichne. Das Bad zeige an, dass man in der Welt flüchtigemLaufe, welchen der Hirsch habe, den edlen Geschlechtsnainen erhalten und ver-herrlichen wolle; die drei gekrönten Helme deuteten auf Besitz in drei Reichen, undder Adler weise auf Seelengrösse und hervorragendes Verdienst hin.
Eins der ältesten , angesehensten , ausgebreitetsten und begütertstenGeschlechter Ungarns, welches, wie Mehrere angeben, mit den Pälfl'ys (s.unten die Grafen Pülfl'y v. Erdöd) einen Ursprung hat, was so genommenwerden muss, dass letztere Familie in Folge von Vermählung Geblüt,Namen und Wappen der Familie Erdöd führt. Das gräfliche Haus zeriiel inzwei Linien, die ältere und die jüngere: die erste wurde von Georg 1.,die zweite von Gabriel I. gestiftet. Beide waren Söhne des Grafen Citri-»stop'h I. Als gemeinschaftlicher Stammvater wird in deutschen genealogi-schen Werken häufig Thomas 1. von Baliacs, ältester Sohn des NicolausKecskess, welcher 13S9 den Adel erhielt, und dessen Bruder, Franz I.von Erdöd, das Prädical: Nobilis de Szathmar verliehen wurde, genannt.Dagegen ist freilich zu erinnern, dass auf Grund ungarischer Geschichts-schreiber Lehotzky (11. 117—122) abweichende Angaben macht. Der-selbe hält den Nicoi.aus (I.) Erdöd, von Erdöd, einer Dragflischen Besitzungim Szathmarer Comitale so genannt, Castcllan zu Kecske, für den Stamm-vater des Geschlechts, welchen, seiner Meinung entgegen, Andere in Va-lentin, Aulicus des Bartholomäus Dragffi, suchen. Von Nicolaus stammendie sieben Söhne Thomas, Nicolaus (II.), Franz , Präpositus zu Ofen undBischof zu Raab, Johann, Peter, Paul und Valentin . Thomas, welchen dieRedaction nach der ganzen Einrichtung des Drucks der von Lehotzky ge-gebenen Stammreihe und nach der Stelle: Iste filius M. Nicolai etc. für denältesten Sohn nehmen muss, wird als Archi-Episcopus, Bakacs dictus, forsa Bagallt, familia ex Bohemia aufgeführt. Nicolaus (II.) pflanzte den Stammin folgender Reihe fort: Peter iL ), Banus. — Peter (IL), Banns, 156G.— Thomas , Banus, 1024. — Christoph , gest. 1621 ; Gemahlin: die Toch-ter des Georg Turzo. Von Christophs drei Söhnen, Georg , Mag. Tavern.,Enterich und Gahriel , setzten der ältere und der jüngere (s. oben) denStamm fort. Von Georg stammte Alexander (I.) und von LetzteremAlexander (II.), von dessen beiden Söhnen, Ludwig und Ladislaus , Letz-terer die Söhne: Nicolaus , Johann, Alexander und Sigismund hatte. VonNicolaus entspross Ludwig , Canzler. — Von Gabriel stammte Georg (IL),.lud. C., und von Letzterem Georg (III.), Jud. C., als dessen drei SöhneAnton, Johann und Christian genannt werden. Von Johann sind Joseph