470 Stnvgardischc Linie.
Regiments Leib-Carabinierc gewesen (s. Z 385). Eingetretenim Sommer 1787 (er berechnet im Januar 1794 seineDienstzeit auf 6 Jahre 8 Monate), ist er einen Tag späterals Adolf, am 29. Mai 1790, Cornet geworden; Secondc-Lieutcnant seit dem 22. Januar 1794, hat er im September1795 den Abschied nachgesucht.
Hören wir vorerst einen ihm Nahestehenden') überden Eindruck, den v. Oertzcn als Mann machte. „Wenig„größer, vielleicht noch beleibter als sein ältester Bruder,„war er als früherer Soldat an Strenge gegen sich selbst,„an äußere Thätigkeit und entschiedenes Festhalten gewöhnt-er zeigte sich überall als ein praktischer, kräftiger Mann.„So war er der allgemeinen Sache nützlich, doch mehr ein„sicherer Freund der Gleichgesinnten, als gewandt zu eigen-„thümlicherFortführung der Gegenstände und der Anknüpfung„neuerer Verhältnisse zugänglich. Kräftig und ohne Scheu„vertrat er seine Ansicht, wozu ihm die klare, bündige Rede„zu Gebote stand. Eine Versammlung, die viele solche„Männer zählt, prüft ruhig und ernst, giebt jeder guten„verständigen Gesinnung Gehör, schreitet aber dann unver-„rückt und rasch im Werke fort. Die Klöster, besonders„deren Bauern-Regulirung, verdanken ihm Vieles."
In Anerkenntniß seiner Eigenschaften hat man keinBedenken gesunden, dem Zweiundzwanzigjährigcn, gleichsamals Erbschaft seines Vaters, bei dessen Tode die Vertretungdes behinderten Landmarschallsfür die Herrschaft Stargardanzuvertrauen (s. oben S. 457). 1808 war er nebenseinem ältesten Bruder, der die Bestätigung als Landratherhielt, Candidat zu diesem Amte. 1828 im April erhobihn sein Landesherr zum Oberhauptmann. Diesen Titelführt er die letzten Jahre seines Lebens vorzugsweise; dasVice-Landmarschallat hat er, als ein Wechsel in der erb-lichen Besetzung dieses Postens stattfand, niedergelegt undam 6. November 1805 seine Entlassung erhalten.
Das sind die Functionen, denen er sich im Interessedes öffentlichen Wohles unterzog, Seine Eigenschaft alsLandstand haftete an dem Gute Lübbersdorf, das er aus
') Landrath Friedrich Freiherr 0. Maltzan, s. oben Z 385.