Aclteres Haus Helpte. 463
„und Entschluß. Doch wo cs etwas Höheres. Edles, Ehren-volles galt, da erhob sich die Seele feurig über die leib-lichen Fesseln. Eine recht ans dem Herzen kommende„Freundlichkeit lag auf seinem vollen Gesichte, ein Wohl-wollen gegen Alle, welches von der verbindlichsten Weise„in Miene und Rede unterstützt ward. Ein höchst ange-nehmer Erzähler, zog er die Hörer an, fesselte sie oft mit„gewichtigem Worte, immer durch geistreiche Auffassung„und trauliche Gutmüthigkeit. So sammelte er auf Land-tagen beständig einen geistig belebten Kreis um sich, so„wußte er die Tafeln mit heiterstem Scherze und treffen-dem Witze zu verschönen. Er war Geschäftsmann (— als„Beamter —) gewesen, besaß eine tiefe, klare Ansicht und„fließende, jedoch etwas überreiche Darstellung. Ohne„regelmäßige, thätige Einwirkung auf Landtagen, entwickelte„er in Committen und im Engern Ausschusse eine ruhige,„verständige Wirksamkeit; in verwickelten Verhandlungen„fand er meistens das Richtige, immer das Versöhnende„heraus. Die Landkasten-Rechnung ist durch ihn klarer„und dem allgemeinen Verständnisse zugänglicher geworden. —„Seine Körperlichkeit drückte seine Seele allmählig nieder,„aber noch war er stark genug, sich hierüber nicht im„Dunkeln zu lassen, und er zog sich, wie schwer ihm auch„die Entsagung ward, neun Jahre vor seinem Tode von den„Geschäften zurück."
Das war Anfang 1828; an seine Stelle ist der BruderKarl v. Oertzen auf Brunn getreten, damit die Vierzähldes Namens im Obersten Kollegium der Ritterschaft erhaltenworden (s. Bd. I., S. 24). — An denselben Bruder Karlist Adolf Friedrich's Gut Kotelow gekommen, dessen Besitzer zu gleicher Zeit aufgab. Am 16. Februar 1828 wurdeder Contract geschlossen, der Preis zu 74,000 Rthlr. Gold(nebst 1000 Rthlr. Schlüsselgeld) festgesetzt. — Grund zudiesem Entschlüsse mußte vor allem das Fehlen männlicherNachkommenschaft im Kvtelower Hause sein; nur Töchterhaben den Vater überlebt- Gestorben ist er am 7. Februar1888 zu Neubrandcuburg, wohin er sich zurückgezogen hatte.Seine Wittwe, geb. v. Jasmund, hat ihn überlebt bis zum7. Februar 1858; sie hielt sich gleichfalls zu Neubrandenburg auf.