366 Meklenlungische Linie.
ihre einzige Hoffnung. Auf ihre Bitten ward ihr dennauch am 8, März 1785 von der Regierung die Hälfte desAbschosses von 59 Rcichsthälern 40 Hz Schillingen in Gnadenerlassen.
Ihre Umstände besserten sich aber mit der Zeitbedeutend. Im Februar 1785 hatte ihre Schwester v.Halberstadt mit Charlotte ein Testament gemacht. Nachdemdie Wittwe v. Halberstadt im Anfange des Jahres 1789gestorben war, ward das Testament am 19. Mai 1789eröffnet, und es kam Charlotte für ihre Lebenszeit ohneZweifel in den Besitz eines ausreichenden Vermögens,jedoch fehlen darüber genauere Nachrichten. Außerdemhatten beide Schwestern auch noch Ansprüche an denNachlaß ihres im Jahre 1767 verstorbenen BrudersJaspar, Schwedischen Hauptmanns, nach dem Tode derWittwe desselben erhoben, da auch Jaspar nach demmütterlichen Testamente noch 1069 Rcichsthaler zu fordernhatte. Die beiden Schwestern klagten am 18. October1787 und betrieben die Sache in den nächsten Jahrenlebhaft. Darüber war die Wittwe v. Halbcrstadt wegge-storben. Noch am 13. October 1789 bat das „Fräulein„Charlotte von Oertz" bei der Regierung um Betreibungder Sache. Und dies ist das letzte Mal, daß Charlottegenannt wird. Sie wird aber noch lange gelebt haben undsehr alt geworden sein. Denn am 15. Mai 1810 starb(zu Wismar) nach den Mecklenburg. Anzeigen ein „Fräulein„v. Oertzen in dem Alter von 76 Jahren". Sie war eineGroßtante dxs Prcmier-Licnteuants v. Brand zu Wismar,welcher ihren Tod so anzeigte, wie hier berichtet ist.