Haus Vogelfang. ZZZ
ergiebt sich einmal daraus, daß Sievcrt's v. Oertzen zweitesKind im I. 1718 geboren wurde; dann aber auch ausdem, was gelegentlich folgender Begebenheit erzählt wird.Die Streitigkeiten des Herzogs Karl Leopold von Meklen-burg mit seiner Ritterschaft hatten allmälig einen solchenGrad von Gereiztheit angenommen, daß jener (vgl. S. 6 ff.)zu verschiedenen Malen der Rädelsführer unter seinenWiderstrebenden Vasallen habhaft zu werden versuchte.Sievert v. Oertzen war so glücklich zu entkommen und hatfür die nächste Zeit Wohl dauernd seinen Aufenthalt inWismar genommen. Noch am 1. Februar 1719 ward demHerzoge vom Obersten v. Kahlden berichtet, wie verschiedenevon der Ritterschaft sich unlängst zu Ratzeburg, Neuhausund Wismar zusammengcthan und den Beschluß gefaßthätten, künftig keine Kontribution an den Herzog zubezahlen. — In Folge dessen erschien am 22. November1717 morgens früh auf dem Vogelsanger Hofe ein Kom-mando der Russischen Soldateska, welche der gegen dieMeklcnburgischen Stände aufgebrachte Zar dem Herzogezur Verfügung gestellt hatte. Der rohe Trupp wollte denvom Gute geforderten monatlichen Beitrag von 14 Thalernabholen. Der Obristlieutenant war nicht zu Hause; sodrangen sie zum Schlafgemach der jungen Frau. Dasselbewar gesperrt; aber die Fremden suchten die Thüre zusprengen. Da mußte die Hausherrin sich durchs Fensterins Freie zu ihrer „Frau Mutter", als der Frau Obristinv. Oertzen (Siegfried's VI. Wittwe, geb. v. Pcntz, s. Th.III, 173) flüchten. Auch hierher drangen die Unholde nach,bis es endlich den Bediensteten gelang, sie einigermaßenzur Ruhe zu bringen und die gcängstigtcn Frauen zu retten.
Ein Jahr später waren die Verfassungsdiffcrenzensoweit gediehen, daß der Herzog die Güter der widerstrebendenVasallen einziehen ließ. Auch Vogelsang wurde am 14.November 1718 von einem fürstlichen Kommissar in Besitzgenommen. Am 1. Februar 1719 wurde v. Oertzen vonneuem auf seinem Gute Vogelsang gesucht; damals eröffnete„die Frau Obristlieutcnantin v. Oertzen" dem zur Aus-hebung ihres Gatten gesandten Militär, „daß ihr Herr„nach Wismar sei und sie dem Herrn Commissarius
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