Haus Gorow. 277
Verteidigungsschrift des Hauptmanns v. Levetzow vom 26August 1766, so daß sich mit Hülfe von Archiv- und anderenNachrichten eine ziemlich klare Darstellung der Begebenheit gebenläßt. — Das Opfer des Ereignisses ist nicht einmal dem Namennach hinreichend bekannt. Zufolge der Aufzeichnungenbekannter Genealogen des vorigen Jahrhunderts hieß der1764 (!) zu Waren erstochene dänische Cornet v. Knuthmit Vornamen Ernst, und war Sohn des Gottfried Ernstv. Knuth und einer v. Holstein. Der Vater bewohntefrüher Leizen im Amte Wredcnhagcn, lebte um 1756 inWaren und ist Wohl bald hernach gestorben. Seine Wittwewird dann nach Waren, wo manche Angehörige ihrerFamilie wohnten, wie so viele Landbewohner der Umgegend,wenn sie sich zur Ruhe setzten, gezogen sein. Aus demZusammensein dieser Elemente mit der Garnison vonWaren ergab sich ein reges Gesellschafts-Leben; bei einemFeste dieser Art hat sich das Unglück zugetragen, von demerzählt werden soll.
Am 20. August des I. 1763 beschwerte sich vonWaren aus ein dänischer Lieutenant v. Knuth, daß derHauptmann v. Oertzen durch Unterofficiere seiner Com-pagnie ihm einen Diener habe abspenstig machen und anwerbenlassen. Dieser Lieutenant, der zum Besuche seiner „Mutter„und Freunde" auf Urlaub in Waren sich aufhielt, warsicher ein Bruder von Ernst v. Knuth; und die Reibereien,denen Letzterer bald darauf zum Opfer fiel, knüpften Wohlan jene Differenz an, deren weiterer Verlauf übrigensunbekannt ist. Genealogische Nachrichten führen nämlichnoch zwei Söhne des Gottfried Ernst v. Knuth auf,Joachim Friedrich und Adam Lcvin, gleichfalls in dänischenDiensten stehend; einer von diesen wird derjenige sein, mitwelchem v. Oertzen zusammen gerieth. Und obwohl diehöchst mangelhaften Acten nichts davon sagen, daß es 3Gebrüder v. Knuth gewesen seien, welche zum Nachtischbei v. Oertzcn's Mittagsgesellschaft eintrafen, so darf mandoch Wohl annehmen, man habe in ihnen die aufgezählten3 Personen zu sehen.
v. Oertzen wohnte, unvcrheirathet wie er war, beim