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Ueber die amtliche Thätigkeit v. Oertzens fehlen fürdie nächste Zeit die Nachweise. Sie wird wesentlich absorbirtsein durch den von dem hohen Vertrauen seines Landesherruzeugenden Auftrag, auf den gleich die Rede kommen wird;im klebrigen war er gewiß durch die Ereignisse des sieben-jährigen Krieges und die in diese Zeit fallende Ordnungseiner Familien-Angelegenheiten vollauf beschäftigt.
Nachdem früh im Jahre 1760 die Preußen auf demZuge gegen die hier stehenden Schweden in Meklenburgeingefallen gewesen waren, kehrten sie im Herbste d. I.unter dem General v. Belling, zu dem noch der PrinzFriedrich Eugen von Würtemberg mit seinem Corps stieß,namentlich über Malchin nach Meklenburg zurück. Daward im November und December 1760 der „Kammer-junker" C. D. v. Oertzen von dem Herzoge Friedrich unddessen Gemahlin, welche mit den: Prinzen von Würtembergaus demselben Hause stammte, mit Briefen an den Prinzenund mündlichen Aufträgen an beide preußische Befehlshaberabgefertigt, um Schonung der meklenburgischen Unterthanendurch die Truppen zu erbitten.
Oertzen traf am 28. November 1760 zu Bartelsdorfbei Rostock den General v. Belling, welcher ihn gutaufnahm und zurückbehielt, um ihm die Ankunft desPrinzen melden zu können. Da dieser aber nicht dorthinkam, sondern über Prenzlau vorrücken sollte, so hoffteOertzen ihn noch in Jvenack zu treffen und ging dahin ab.Er traf den Prinzen aber noch in Malchin, wo derselbedem Herzoge schriftlich und durch Oertzen mündlich be-ruhigende Versicherungen gab. Diese brachten freilich nichtviel Nutzen, da der Kriegsdruck immer größer ward; derKammerjunker v. Oertzen hatte jedoch seine Sendung mitGeschick und zur Befriedigung ausgeführt.
Die schwerenFolgen desKrieges berührten auch dcnVater,Hauptmann Claus Detlof 11.; dazu war er verwittwet undward kränklich. Er entschloß sich daher, im Jahre 1760,sich in die Stille nach Rostock zurückzuziehen, und seineGüter seinen beiden Söhnen, dem Kammerjunker ClausDetlof III. und dem Hauptmann Joachim Jaspar Otto,abzutreten, obgleich beide noch nicht volljährig waren.