Haus Gorow. 295
Nachdem beide Brüder die Volljährigkeit erlangt hatten,sehten sie sich auseinander. In der Erbthcilung fiel dasGut Gorow dem jüngern Bruder Otto Christian zu,nachdem die Vormünder für die Söhne dasselbe am 21.September 1677 gemuthet hatten. Der ältere BruderClaus Dctlof I. erhielt eine Kavel in Geld, welches dieVormünder zur Pfandnahmc des Gutes Kl,-Böllow verwandthatten; vgl, oben Z 199.
Schon im Jahre 1689 heirathete Otto Christian 1,,in seinem 21. Lebensjahre, Anna Maria v, Zülow,geboren 17. Februar 1669, Tochter des dänischen Haupt-manns Balthasar Friedrich v, Zülow zu Mühlenbel undder Dorothea Jlsabe v, Halbcrstadt aus dem Hause Gottes-gabe, Otto Christian schreibt selbst in die GorowschcFamilienbibel: „Anno 1689 den 11, October ist llnßer„Hochzeitt zu Woserin gewesen, Gott geb uns doch Glück„und Seegcn," Eine andere Familiennachricht lautet:„Anno 1689 ist des Herrn Otto Christian v, Oertzen mit„der Fräulein Anna Maria v, Zülow aus Mühlenbel„Hochzeit zu Woserin gewesen." Im I, 1696 nennt OttoChristian in der Familienbibel seine „Frau Schwiegermutter„Frau Dorothea Jlsabe v. Halberstadt, verwittwetc„Zülow." Durch diese Vermählung ward Otto ChristianStammhalter des Hauses Gorow, während sein ältererBruder Claus Detlof unverehelicht blieb.
Das Gut Gorow war ziemlich verschuldet undwährend der langen Vormundschaft heruntergekommen.Daher mußte Otto Christian oft Geld leihen, um Guts-gläubiger zu befriedigen. Am 14. September 1699 lieher z. B, von dem Kaufmann Jürgen Juhl zu Wismar1200 Thlr. zur Abtragung der Forderungen der Erbendes sel.Burgcmeisters Matthäus Liebeherr, und seine ehelicheHausfrau Anna Maria geb. v, Zülow verbürgte sich mitdafür. Im I. 1702 lieh er von des Hauptmanns FranzHeinrich v, Sperling Vormündern wieder 600 Thlr. aufdas Gut. Außerdem stand viel von seinem Gelde unsicher;so z. B. hatte er aus dem v. Halbcrstadt-LangcnbrützerConcursc 1702—1716 Capitalien von 6850 Rthlr. zufordern.