162 Meklenburgischc Linie.
Ernst Gotthard v. Pentz besaß seit 1803 das wcrthvollc GutHagebök
im Amte Bukow. Erbenlos wie er war, verständigte diesersich mit dem Schwager wegen Abtretung des Gutes. Am24. Februar 1808 übernahm v. Oertzen im Namen seinerFrau Hagebök; halb Lehn, halb Allod, wurde ersterer Theilzum Werthe von 30 000, der andere zu 23 000 Thlr. N^/zberechnet, außerdem 5000 Thlr. für das vorhandeneInventar gezahlt. Der Laudräthin v. Oertzen wurde diefreie Disposition über das Gut vorbehalten, als Lehnsträgcrfür die eine Hälfte des Gutes ihr Gemahl, eventuell ihreSöhne benannt.
Man weiß nicht, aus welchem Grunde die wcrthvollcneue Requisition so bald wieder fahren gelassen wurde.Vielleicht machten die langen Nachwirkungen der „Franzosen-jahre" sich auch in den Roggowcr Vermögensverhältnissensoweit geltend, daß man, so bald nur die Bodeupreise eineVeräußerung ohne bedeutenden Verlust gestatteten, zu einersolchen schritt. Gleichwohl gingen 3000 Thlr. verloren(28 000 Thlr. wurden auf das Lehn, 22 000 Thlr. auf dasAllod gerechnet), als am 17. April 1819 die V.Oertzen'schcnEhelcute Hagebök an den Besitzer von Garvcnsdorf Paulhverkauften.
Außer diesen Ereignissen wäre von solchen, die für dasGeschlecht von Interesse sind, nur weniges zu erzählen.Die Jahre um 1820 waren trauervoll durch viele Todes-fälle unter Jaspar's v. Ocrtzcn nächsten Angehörigen.Zuerst verlor er (am 15. Februar 1820) seinen un-vcrmählten jüngcrn Bruder Detlof Joachim. Bald darauffolgte (1. März) der Tod des Stiefvaters beider, desRostocker Canzlcidirectors v. Forstuer, und dann derjenigeseiner Wittwe, leiblichen Mutter der Gebrüder v. Oertzen,Jda Marie Wilhelminc, geb. v. Bülow a. d. H. Gudow.Am 30. December 1821 ist sie zu Rostock, 74 Jahre alt,entschlafen; am 5. Januar 1822 ließ Jaspar sie nach Russowüberführen und „in der Kapelle" daselbst beisetzen. —Inzwischen hatte auch sein Vatcrbruder Joachim DetlofFriedrich zu Ludwigslust sein wcchsclvolles Leben beschlossen(am 2. März 1821).