306
Schwerinsche Linie.
„mit großem Schaden erkauftes Lehngut dermaßen dedastiret„war, daß er dasselbe bis zur Stunde wenig, ja gar nicht„hatte gebrauchen und genießen können."
Während dieser Zeiten hatten nicht allein die übrigenGüter der Linie durch den Krieg ebenfalls bedeutend gelitten,sondern es waren auch in der Familie Ereignisse eingetreten,welche von der höchsten Bedeutung für die Linie Gammelinwaren. Von der Linie Gammelin lebte außer Franz Carlnur noch Stephan ans Cramonshagen und Schossin mitmehreren Töchtern und einem einzigen Sohne Joachim Hein-rich. Um seine ebenfalls durch den Krieg verwüsteten Güterwieder auszurichten, sah Stephan sich genöthigt, am 1. Mai1642 sein Gut Cramonshagen zu verkaufen „mit Wissen und„Beliebung seines nächsten Vetters Franz Carl v. Oertzen zu„Gottesgabe". Und so war Schossin das einzige alte Gut,welches noch der gammeliner Linie gehörte. Stephau v.Oertzen starb in der Zeit von 1642—1645 und hinterließseinen Sohn Joachim Heinrich in minderjährigem Alter alskünftigen Lehnträger von Schossiu, Aber auch Joachim Hein-rich starb schon im I. 1650 (zwischen 1. Febr. und 8. Julii),und so war Franz Carl der einzige und letzte männ-liche Sproß der Linie Gammelin und zugleich der letzteErbe und Lehnsfolger des Gutes Schossiu, da er keinemännliche Erben hatte. Franz Carl nahn? auch sogleich Be-sitz von dein Gute, gerieth aber mit den beiden jüngsten TöchternStephan's, Maria und Dorothea, welche an zwei Vettern v.Bischwang, Christian auf Zühr und Jürgen Christoph ausKörchow, verheirathet waren, in Streit, da sie noch ihre Mit-gift zu fordern hatten. Um einstweilen Nuhe zu schaffen, ver-glich sich Franz Carl am 8. Julii 1650 mit den beiden Frauenv. Bischwang und deren Ehemännern dahin, daß ihnen einDrittheil des Gutes Schossin mit einein Hause vor dein Hofeeingeräumt ward, bis es gerichtlich entschieden würde, ob ihreForderung ans dein Lehn rechtmäßig sei oder nicht. DieseVereinbarung ward aber für Franz Carl v. Oertzen sehrdrückend und dadurch noch schwieriger, daß in demselben Jahre1650 Jürgen Christoph v. Bischwang ans Körchow starb und